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Verkehrsverbund geht in die Offensive. Darum müssen Busse und Bahn in der Region Trier teurer werden.

Nahverkehr : Verkehrsverbund geht in Offensive – Wenn Preise nicht steigen, müssen Kreise mehr zahlen

Die Kritik an der neuerlichen Preiserhöhung für Busse und Bahnen in der Region ab Januar hält an. Hier der Grund warum Busse und Bahn in der Region teurer werden müssen.

Viele werfen dem Verkehrsverbund Region Trier (VRT) vor, ungerechtfertigt die Fahrkarten teurer gemacht zu haben. Zumal erst zu Beginn diesen Jahres die Preise gestiegen sind. Und dies vor dem Hintergrund der Klimadiskussion. Schließlich sollen ja mehr Leute mit Bussen und Bahnen fahren.

Nun geht der VRT in die Offensive, verteidigt die erneute „Tarifanpassung“. In der Versammlung des Zweckverbands vergangene Woche sei durchaus über eine Nullrunde, also einen Verzicht auf höhere Preise, diskutiert worden, sagt Barbara Schwarz. Doch eine solche Nullrunde sei nur dann möglich, sagt die VRT-Geschäftsführerin, wenn die Gebietskörperschaften, also die vier Landkreise und die Stadt Trier, die für den Nahverkehr in der Region zuständig sind, auch die Verluste der Bus- und Bahnunternehmen tragen.

Und das wiederum sei nicht so einfach möglich, weil der Nahverkehr eine sogenannte freiwillige Leistung der Kommunen sei. Mit anderen Worten: Sie sind, außerhalb des Schülertransports, nicht dazu verpflichtet, einen Nahverkehr anzubieten. Ähnlich wie beispielsweise Theater, Büchereien oder Schwimmbäder. Und daher dürfen sie auch nicht einfach so die Ausgaben dafür erhöhen, ohne im Gegenzug an anderer Stelle einzusparen, da ansonsten die Kommunalaufsicht ihr Veto dagegen einlegen würde.

Die Landesregierung arbeitet derzeit an einem neuen Nahverkehrskonzept. Sie hat signalisiert, den Nahverkehr zur kommunalen Pflichtaufgabe zu machen. Damit müsste den Kommunen mehr Geld vom Land zur Verfügung gestellt werden, um Busse und Bahnen zu finanzieren. „Wir können die Aufgabe nicht allein stemmen“, sagt die VRT-Chefin.

Wäre es nach den Verkehrsunternehmen gegangen, dann wäre die Preiserhöhung deutlicher als die nun beschlossenen durchschnittlichen 2,65 Prozent ausgefallen, so Schwarz. Um die höheren Kosten für Sprit, Reparaturen und Personal auszugleichen, hätten diese im Schnitt sieben Prozent höhere Preise verlangt. Insofern sei die nun beschlossene Erhöhung ein Kompromiss, auch im Sinne des Klimaschutzes, sagt Schwarz. Sie spricht sogar von einer „historischen Stunde“, weil sich die Kreise (die Stadt Trier hat sich enthalten) gegen die Verkehrsunternehmen gestellt hätten und für eine geringere Erhöhung gestimmt hätten. Zumindest mehrheitlich. Einige Kreisvertreter haben auch dagegen gestimmt.

Doch ausgerechnet das von der Bundesregierung am vergangenen Freitag vorgestellte Klimapaket macht der VRT-Chefin Sorge. Denn die darin geplante Erhöhung der Spritpreise aus ökologischen Gesichtspunkten könne durchaus dazu führen, dass die Ticketpreise in der Region irgendwann erneut teurer werden müssten. Und von der beschlossenen Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Bahntickets profitiere der Nahverkehr auch nicht, da für diesen bereits ein reduzierter Steuersatz gelte.

Man arbeite derzeit an einer neuen Tarifstruktur innerhalb des Verkehrsverbunds, sagt Schwarz. Die Preise sollen attraktiver werden. Es gebe auch Gespräche mit der Stadt Trier, dort Busfahren billiger zu machen. Grundsätzlich sei das möglich, auch innerhalb des einheitlichen Tickettarifes in der Region. Doch die Stadt müsse sich dann bewusst sein, dass sie die dadurch entstehenden Einnahmeverluste auf den Buslinien der Stadtwerke selbst tragen müsse. Dazu bedürfe es lediglich eines Stadtratsbeschluss.