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60 Hotelmitarbeiter bangen um ihren Arbeitsplatz

Wirtschaft : „Viele haben Angst um ihren Arbeitsplatz“

Unter den rund 60 Beschäftigten des Hotels Augustiner-Kloster, die coronabedingt bereits seit 1. November fast komplett in Kurzarbeit sind, geht angesichts der städtischen Kündigung die Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes um.

Vier Mitarbeiterinnen haben mit dem TV gesprochen.

Leah Neumann (26 Jahre, Rezeption, seit 2017 im Hotel): „Ich war schockiert, als unser Chef uns darüber informiert hat, dass der Vertrag gekündigt wurde. Seitdem habe ich große Angst um meinen Job. Ich wusste zwar vorher, dass es Probleme mit der Stadt gibt, hätte aber nicht gedacht, dass es soweit kommt. Wir sind so ein tolles Team und so ein gutes Hotel, viele Hillesheimer Geschäfte profitieren davon, dass es uns gibt.“

Sarah Staehler (28, Veranstaltungsmanagement, seit 2012 im Hotel): „Ich habe hier meine Ausbildung gemacht und seither alle Abteilungen durchlaufen. Das Hotel hat eine super Entwicklung genommen, die vergangenen zwei, drei Jahre waren richtig, richtig gut. Wir sind ein eingespieltes Team, die Gäste sind froh, alles lief prima. Dann kam die Corona-Krise, die uns allen zusetzt. Und jetzt die Kündigung. Ich traue mich schon gar nicht mehr, in unsere WhatsApp-Gruppe zu schauen, da ich bei jeder neuen Nachricht ein mulmiges Gefühl habe.“

Sonja Müller-Surges (49, Personalabteilung, seit 2010 im Hotel): „Ich habe in den letzten Wochen mit vielen der Kollegen, die in Kurzarbeit sind, gesprochen. Der eindeutige Tenor ist: Alle warten nach der schlimmen, ungewissen Zeit der Schließung wegen Corona darauf, dass wir wieder loslegen können. Nun die fristlose Kündigung des Pachtvertrages, die über uns allen wie eine dunkle Wolke hängt. Wir haben viele Singles und Alleinerziehende. So wie ich haben viele Angst um ihren Arbeitsplatz. Es trifft uns sehr, dass die Stadt Hillesheim sozusagen hinter unserem Rücken agiert. Wir werden nur informiert, weil Direktion und Geschäftsführung uns unterrichten. Aber es bleiben Fragen: Was haben wir falsch gemacht? Es kann doch nicht an einem fünf Zentimeter offen stehenden Müllcontainer liegen.“

Ulrike Blameuser (52, Verkaufs- und Marketingleiterin): „Ich habe das Gefühl, man will uns vonseiten der Stadt hier nicht mehr. Und dass, obwohl wir hier in 13 Jahren was wirklich Großes aufgebaut haben, von dem nicht nur die Stadt, sondern die gesamte Region massiv profitieren. Das macht mich sehr traurig, aber auch ärgerlich. Ich bin im Kampfmodus und werde alles dafür tun, dass wir hier bleiben. Und dann wird auch noch die Pacht zum Januar erhöht. Und das in dieser extrem harten Zeit. Das ist unterirdisch. Was da oben (im Rathaus, Anmerkung der Redaktion) abläuft, kann nicht im öffentlichen Interesse sein. “