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Baubranche in der Vulkaneifel gehen Azubis aus

Arbeitsmarkt : Gewerkschaft: Der Baubranche gehen Azubis aus

(red) Bauboom trifft auf Nachwuchs-Mangel: Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind viele Baufirmen im Landkreis Vulkaneifel vergeblich auf der Suche nach Azubis. Darauf weist die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur hin.

Danach blieben im Juli 66 Prozent aller Ausbildungsstellen auf dem Bau unbesetzt. Von 41 ausgeschriebenen Plätzen seien noch 27 zu vergeben gewesen. Bereits 2019 seien zum selben Zeitpunkt 43 Prozent aller Ausbildungsplätze unbesetzt. Marc Steilen von der IG BAU Saar-Trier spricht von einem „Alarmsignal“. Wenn es den Firmen nicht gelinge, Schulabgänger für die dringend gebrauchte Arbeit als Maurer, Straßenbauer oder Baugeräteführer zu finden, dann gerate das Fundament der ganzen Branche ins Wanken. Steilen: „Aber nur wenn die Arbeitsbedingungen auf Baustellen attraktiver werden, lässt sich das Nachwuchs-Problem lösen.“

In der laufenden Tarifrunde fordert die IG deshalb ein monatliches Einkommensplus von 100 Euro für alle Azubis. Außerdem soll die lange, meist unbezahlte Fahrt zur Baustelle entschädigt werden, um die Arbeit attraktiv zu halten – auch gegenüber anderen Branchen, in denen weit weniger gependelt wird. „Wer sich bei der Berufswahl für den Bau entscheidet, der muss auch Familie, Freizeit und Arbeit unter einen Hut bringen können. Aber das klappt für die meisten Berufseinsteiger nur sehr selten“, so Steilen.