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Eine Stiftung hat mehr als 600 000 Euro für ein Herzkatheterlabor fürs Krankenhaus Daun bereitgestellt 

Gesundheit : Jeder Zeitgewinn ist kostbar

Aus der Stiftung des Unternehmer-Ehepaars Peter und Doris Lepper sind mehr als 600 000 Euro für ein Herzkatheterlabor am Dauner Maria-Hilf-Krankenhaus geflossen. 

Was der Chefarzt Hanno Verheggen und die Abteilungsleiterin Jessica Elsen den Stiftern und weiteren Gästen per Monitor im Herzkatheterlabor demonstrieren, sind reale Fälle aus den letzten beiden Monaten.

Zum Beispiel der junge Mann, der mit extremen Oberbauchschmerzen als Notfall eingeliefert wurde und bei dem die Untersuchung mit dem Diagnostikkatheter über die Leiste ergab, dass das rechte Herzkranzgefäß verschlossen war. Der Mann hatte einen Herzinfarkt.

Was in dem neuen Herzkatheterlabor in der nächsten halben Stunde auf dem Untersuchungs- und Behandlungstisch mit integriertem Röntgengerät geschah, rettete ihm die Gesundheit, möglicherweise das Leben: Um das Gefäß zu erweitern und den Verschluss zu beseitigen, war ein Stent gesetzt worden. Mit stärksten Brustschmerzen und weiteren Symptomen wie bei einem Herzinfarkt war eine Frau Anfang 70 in das Herzkatheterlabor gebracht worden.

Bei der Untersuchung bestätigte sich der erste Verdacht nicht. „Die Werte waren so weit in Ordnung, aber die Herzspitze war unbeweglich“, erklärt der Chefarzt zu dem Bild, das er der Besuchergruppe auf  dem Monitor zeigt. „Hier erhält das Sprichwort vom ‚gebrochenen Herzen’ medizinisch gesehen seine Richtigkeit“, sagt er.

Die Frau habe kurz vorher ihren Sohn verloren und sich emotional in einer Ausnahmesituation befunden. Die Diagnose laute „Broken-Heart-Syndrom“ (Syndrom des gebrochenen Herzens). Meistens – wie auch im Fall dieser Patientin – regeneriere sich das Herz wieder vollständig.

    Seit Ende Januar ist das Herzkatheterlabor am Dauner Krankenhaus in Betrieb. Die oben geschilderten Fälle sind zwei von bisher 85 innerhalb von zwei Monaten. Das Wesentliche sei die Verkürzung des Zeitfaktors, betont der Chefarzt. Denn je länger eine Minderdurchblutung bei Einengung oder Verschluss von Herzkranzgefäßen andauere, umso größer sei die Wahrscheinlichkeit eines dauerhaften Schadens oder der Todesfolge, erklärt er.

   Ein eigenes Herzkatheterlabor sei für das Maria-Hilf-Krankenhaus auf lange Sicht nicht selbst finanzierbar gewesen, räumt zu Beginn der Vorstellung Geschäftsführer Franz-Josef Jax ein. So hätten die betroffenen Patienten in entfernt liegende Krankenhäuser gebracht werden müssen.

Er erinnert daran, dass Heinz-Josef Weis, Allgemeinmediziner aus Daun und Mitglied im Vorstand der Lepper-Stiftung, die Idee des Herzkatheterlabors hatte und dass das Ehepaar Lepper 2018 die benötigten 607 000 Euro zur Verfügung stellte (der TV berichtete).

Wo vorher ein Lagerraum gewesen sei, befinde sich nun die neueste Generation zur minimalinvasiven medizinischen Untersuchung und Behandlung des Herzens – „wie in den Unikliniken“, betont Jax. Und wendet sich an das Ehepaar Lepper: „Wir wissen gar nicht, wie wir Ihnen danken sollen.“

 Das Ehepaar Doris Lepper (rechts) und Peter Lepper (Zweiter von rechts) bei der Besichtigung des Herzkatheterlabors. Mit dabei: (von links) Krankenhaus-Prokurist Günter Leyendecker, Chefarzt Hanno Verheggen, Heinz-Josef Weis (Lepper-Stiftung), Krankenhaus-Geschäftsführer Franz-Josef Jax und der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder.
Das Ehepaar Doris Lepper (rechts) und Peter Lepper (Zweiter von rechts) bei der Besichtigung des Herzkatheterlabors. Mit dabei: (von links) Krankenhaus-Prokurist Günter Leyendecker, Chefarzt Hanno Verheggen, Heinz-Josef Weis (Lepper-Stiftung), Krankenhaus-Geschäftsführer Franz-Josef Jax und der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder. Foto: Brigitte Bettscheider

    Doch, sie wissen es. Lassen nämlich Doris und Peter Lepper eine Tafel enthüllen, die daran erinnert, woher die Wohltat stammt. „Wir freuen uns, dass es mit dem Dauner Krankenhaus nach vorne geht“, erklärt Lepper. Und wenn der derzeitige Fachkräftemangel im Laufe des Jahres behoben werden könne – so die Hoffnung, dann werde das Herzkatheterlabor ab Januar 2020 rund um die Uhr im Einsatz sein. Zurzeit ist dies nur acht Stunden am Tag möglich.