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Corona: Hilferufe der Unternehmer

Corona : Hilferufe der Unternehmer

Die Corona-Pandemie stellt die Wirtschaftsförderung vor neue Herausforderungen.

„Eigene Förderprogramme gegen die ökonomische Krise, die mit der Pandemie verbunden ist, haben wir als Wirtschaftsförderer nicht“, stellt Judith Klassmann-Laux, Geschäftsführerin der Wirtschafsförderungsgesellschaft (WFG) Vulkaneifel, klar. Seit einigen Tagen können kleine Unternehmen und Soloselbstständige auch in Rheinland-Pfalz Zuschüsse und Darlehen beantragen, die von der Investitions- und Strukturbank (ISB) des Landes sowie von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt, um coronabedingte finanzielle Engpässe zu überbrücken. Auch die IHK Trier versteht sich als wichtiger Ansprechpartner, um über die entsprechenden Mittel zu informieren.

Die Plattformen von ISB und KfW waren schnell so überlastet, dass sie phasenweise nicht erreichbar waren. Der Bedarf ist riesengroß, denn trotz vor Corona bester Kauf- und Investitionslaune sowie Vollbeschäftigung oder sogar Fachkräftemangel fällt es gerade der klein strukturierten Wirtschaft der ländlichen Region schwer, für unüberschaubar lange Krisenzeiten finanzielle Polster anzulegen. Da die Zuschüsse oder Darlehen je nach Unternehmensgröße und -form verschieden ausfallen, ist eine Beratung sinnvoll.

Die WFG Vulkaneifel stellt sich jedoch auch ohne eigene materielle Hilfen auf Dienstleistung und Beratung in Coronazeiten ein. Für etliche Unternehmen ist allein die nun notwendige Home-Office-Lösung absolutes Neuland. Mit kostenlosen Webinaren will die WFG konkret zeigen, wie das virtuelle Teamwork am besten funktioniert und welche Gratis-Tools es gibt.

Hart trifft die unvorhergesehene Schließung des öffentlichen Lebens auch die Kreativberufe, in denen besonders viele Kleinstunternehmen und Freiberufler tätig sind. Hier verweist die WFG Vulkaneifel auf eine entsprechende Hilfsaktion im Rahmen des Jungunternehmerprogramms Startnext und auf Crowdfunding: „Kreative und GründerInnen sind betroffen, weil sie aufgrund der aktuellen Pandemie Konzerte absagen, Einrichtungen schließen oder aus anderen Gründen Umsatzeinbußen hinnehmen müssen.“ Deshalb werden die Richtlinien stark vereinfacht. „Das Alles-oder-Nichts-Prinzip wird ausgesetzt und die Transaktionsgebühren werden komplett erstattet. Das bedeutet: Jedes Projekt kann jeden eingezahlten Euro ausgezahlt bekommen.“ Die Förderung gelte für aktuell laufende Projekte oder Personen, die direkt vom Shutdown betroffen sind und dadurch finanzielle Einbußen haben. Veranstalter, Designer, Künstler, Musiker, Theater oder auch Caterer können sich beim Hilfsfonds unter www.startnext.com melden.

Eine gute Nachricht hat die WFG für Unternehmen in den Verbandsgemeinden Daun und Gerolstein: Hier ist es gelungen, nach entsprechender Antragstellung eine Aussetzung der Gewerbesteuer zu erreichen, für die zudem keine Zinsen anfallen.

In Daun und den anderen zum GesundLand Vulkaneifel zählenden Gemeinden (Manderscheid, Ulmen, Bad Bertrich) ist, wie Judith Klassmann-Laux erläutert, auch ein online Einkaufs- und Gastronomieführer „Einkaufserlebnis Vulkaneifel“ (www.einkaufen-vulkaneifel.de) an den Start gegangen. „Gerade jetzt ist das ein Beitrag, dass die Angebotsvielfalt unserer Region sichtbar wird und bleibt.“ Das Ziel angesichts von Corona und der überbordenden Marktmacht von Amazon: Die Kunden motivieren, ihren heimischen Händlern treu zu bleiben. Viele von ihnen bieten während der Zwangspause individuelle Bestell-, Abhol- und Lieferdienste an. Alle heimischen Geschäfte, Dienstleister, Gastronomie- und Handwerksbetriebe sind auf der Plattform kostenlos gelistet.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft WFG Daun ist unter wfg@vulkaneifel.de und telefonisch unter 06592/933-200 erreichbar. Infos zum „Einkaufserlebnis Vulkaneifel“ gibt es bei info@einkaufen-vulkaneifel.de