Gladiators verlieren gegen Chemnitz

Basketball : Gladiators verlieren gegen Chemnitz: Nichts zu feiern trotz der Überraschungen

Gladiators kassieren gegen Niners Chemnitz die erste Niederlage (72:82). Daran kann auch ein Joker nichts ändern.

Die Römerstrom Gladiators haben sich schon aus aussichtslosen Situationen zurückgekämpft, haben verloren geglaubte Kämpfe noch irgendwie gewonnen. Irre Spiele, kleine Dramen. Das war ein Markenzeichen, vor allem in der vergangenen Saison. Aber daran können auch die größten Optimisten im letzten Viertel gegen die Niners Chemnitz nicht mehr recht glauben – da fielen zuvor einfach zu wenige Würfe rein, zu zermürbend war das Spiel aus Gladiators-Sicht. So stand am Ende vor über 3500 Zuschauern auch ein völlig verdienter 72:82 (34:41)-Sieg für die Gäste – und das Ende gleich zweier Serien: Es war nach drei Siegen die erste Saison-Niederlage für die Trierer. Zugleich feierten die Chemnitzer im sechsten Versuch zum ersten Mal in der Arena – zur Freude der mitgereisten Fans. „Spitzenreiter, Spitzenreiter – hey, hey“, riefen die nach ihrem vierten Sieg in Folge.

Gleich zwei Überraschungen hatte Gladiators-Cheftrainer Christian Held vor dem Auftakt in die wegweisenden Wochen parat. So präsentierten die Trierer am Sonntagmorgen einen erfahrenen Neuzugang für die Guard-Positionen. Der Amerikaner Kelvin Lewis (30) soll den Ausfall von Kyle Dranginis kompensieren, der wegen einer Fußverletzung auf unbestimmte Zeit ausfallen wird. Lewis, der unter anderem bereits in Rumänien, Griechenland, Schweden und zuletzt in Finnland spielte, gilt als sehr defensivstarker Spieler. Er unterschrieb in Trier einen Vertrag bis zum Saisonende. Seinen neuen Kollegen konnte der Amerikaner am Sonntag noch nicht helfen – er schaute sich das Spiel von der Tribüne aus an. Dafür kam ein anderer Trierer zu seiner Saisonpremiere, den wohl keiner für die Partie auf dem Zettel hatte: Center Till Gloger stand nach seiner Ellbogen-OP früher als gedacht wieder zur Verfügung. Eine Minute vor Ende des ersten Abschnitts kam Gloger zum ersten Mal rein – er ersetzte Vince Boumann, der nach Glogers Ausfall nachverpflichtet worden war. Das erste Viertel  war von einer starken Defense bei beiden Teams geprägt. Bei den Gladiators lief nach dem 9:4 offensiv nur noch wenig. Die Gäste antworteten mit einem 13:1-Lauf, Simon Schmitz verkürzte noch per Dreier (13:17).  Auch im zweiten Abschnitt machten die Gäste deutlich, warum sie wie Trier mit drei Siegen gestartet waren. Immer wieder zwangen sie die Trierer zu Fehlern – und nutzten diese dann auch konsequent aus. So bauten die Chemnitzer die Führung über 28:23 auf 37:23 aus. Die Trierer profitierten dann davon, dass die Schiedsrichter ein unsportliches Foul gegen Matthew Vest pfiffen – zum Ärger der Gäste. Die Gladiators hatten nun das Momentum auf ihrer Seite,  sie kamen Punkt für Punkt heran (32:37). Mit 34:41 ging es in die Pause. Auffällig: Bei beiden Teams saß in der ersten Halbzeit jeweils nur ein Dreier. Viel besser wurde die Quote auch danach nicht.

Die Niners bauten die Führung zwischenzeitlich aus (35:46). Beim 48:52 nach einem Dreier von Bucknor waren die Trierer zwar wieder in Schlagdistanz, die Sachsen fanden aber immer die richtigen Antworten (50:59). Im dritten Viertel zeigte Till Gloger (11 Punkte), dass er unter dem Korb ein echter Gewinn für die Gladiators ist. Die Trierer gingen dennoch mit einem Neun-Punkte-Rückstand in das letzte Viertel. Und die Niners hielten die Gastgeber auch danach  auf Distanz. Für Trier geht es am Samstag mit dem Spiel bei den Artland Dragons weiter. Ob dann Kelvin Lewis schon spielberechtigt ist, stand am Sonntag noch nicht fest.

Gladiators: Smit 6 , Bucknor 15, R. Hennen 2, Schmikale 5, Dietz 2, Schmitz 7, Ilzhöfer 2, Boumann 3, Gloger 11, Joos 19

Viertelstände: 13:17, 34:41, 53:62, 72:82

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