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Basketball : Der doppelte Hammer: Die Gladiators am Tag nach dem Baunach-Wahnsinn

Was war denn da los? Am Tag nach dem verrückten 115:112-Auswärtssieg in Baunach haben wir uns mal bei den Gladiators umgehört. Dabei ging’s unter anderem ums Singen.

Es ging nicht anders, keine Chance: Nach diesem Hammer musste der Hammer raus – aber so richtig mit Krawumm! Von vorne: Hammer Nummer eins spielte sich am Sonntagabend in der Graf-Stauffenberg-Halle in Bamberg ab. Allein die Zahlen dieses Schauspiels, das die Baunach Young Pikes und die Römerstrom Gladiators Trier dort aufs Parkett zimmerten, sie ziehen einem die Schuhe aus: 227 Punkte, 152 Minuten Spieldauer, zwei Verlängerungen, 64 Freiwürfe. „So ein Spiel“, gesteht Kevin Smit am Tag danach, „ganz ehrlich, das werde ich niemals vergessen“.

Mit 115:112 gewannen Smit und die Gladiatoren diese wahnsinnige Partie. Und das, obwohl Trier nach schwachem Auftritt noch Anfang des vierten Viertels mit 61:80 zurückgelegen hatte beim Tabellenvorletzten, die ersten Zuschauer in der Halle sich schon die Jacken übergezogen und vom Abendbrot daheim geträumt hatten. Das Ding war durch – denkste! Denn dann ging’s plötzlich ab: Mit einem Mal spielte nur noch Trier, angeführt von den starken Kevin Smit, Simon Schmitz, Kelvin Lewis, Jermaine Bucknor und Johannes Joos kämpften sich die Gäste Stück für Stück heran.

Dann das: Wenige Sekunden vor dem Ende – Spielstand 86:90 – steht Kelvin Lewis an der Dreierlinie. Der 30-Jährige wirft, trifft und wird auch noch gefoult. Eiskalt verwandelt er auch den Bonus-Freiwurf – Verlängerung Nummer eins. Doch auch nach fünf Bonus-Minuten keine Entscheidung. Es steht 104:104 – zweite Verlängerung. Auch hier bleibt’s eng, kurz vor Schluss führt Baunach mit 112:110. Dann packt Gladiator Simon Schmitz einen Wahnsinns-Dreier aus und trifft zum 113:112 – die Entscheidung, Baunach antwortet nicht mehr. „Mit der Moral, mit dem Glauben, den die Mannschaft gezeigt hat, bin ich sehr zufrieden“, betont Cheftrainer Christian Held am Montag. Die Stimmung, so verrät der 30-Jährige, die sei auf der Rückfahrt im Bus „sehr, sehr gut“ gewesen. „Es wurde auch ein bisschen gesungen“, gibt er lachend zu. Womit wir dann bei Hammer Nummer zwei wären: Was stand denn in den Liedbüchern der fröhlichen Basketball-Reisegruppe? Kevin Smit weiß mehr: „Aggy hatte da was vorbereitet – unter anderem den Hammer!“ Kennen Sie nicht? Kein Problem, Stifte raus, hier kommt der Liedtext: „Und der Hammer, der geht so, und der Hammer, der geht so. So geht der Hammer, und der Hammer, der geht so.“ Der Hammer nach dem Hammer halt.

Einmal mehr, so findet Triers Mann mit der Trikotnummer 3, habe das Team seine Niemals-aufgeben-Mentalität bewiesen. „Auch wenn man das natürlich erst nach den nächsten Partien sagen kann – aber momentan fühlt es sich so an, als könne uns dieser Sieg einen Push für die kommenden Wochen geben.“

Bei aller Freude über den Auswärtssieg: Das, was das Held-Team besonders in der ersten Hälfte in Baunach zeigte, war vor allen Dingen defensiv richtig schwach. Offensiv hagelte es zudem unzählige Ballverluste. Kritisch bemerkt Christian Held daher am Montag: „Wir haben offensiv nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten – fast über das gesamte Spiel hinweg nicht.“  Defensiv habe es sein Team zudem nicht geschafft, die Gegenspieler im Eins-gegen-eins zu halten. „Und erschwerend kam noch hinzu, dass wir die Hilfen in der Defensive nicht da hatten, wo wir sie brauchten. War einer von uns geschlagen, kam der Gegenspieler mehr oder weniger frei zum Korbleger. Eigentlich ist es dann unmöglich, ein Spiel zu gewinnen.“

Trier hat es trotzdem geschafft – der Hammer eben!

Punkte Römerstrom Gladiators Trier: Lewis 29, Hennen 0, Smit 15, Bucknor 23, Schmikale 0, Schmitz 16, Ilzhöfer 6, Gloger 6, Joos 20 - Beste Schützen Baunach Young Pikes: Kullamäe 34, Heckel 21 – Viertelstände: 18:27/38:56/61:78/90:90/104:104/115:112

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