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Basketball
Starker Auftritt, aber keine Punkte: Gladiators verlieren beim Spitzenreiter

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Chemnitz. Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier hat sein Spiel bei Tabellenführer Niners Chemnitz am Freitagabend mit 81:87 (43:42) verloren. Dabei sah es lange nach einer Überraschung aus. Bittere Verletzung bereits zur Pause. Von Marek Fritzen
Marek Fritzen

Es ist die letzte Szene vor der Pause am Freitagabend: Chemnitz‘ Kavin Gilder-Tilbury hat soeben einen Dreier verworfen. Trier wird nach starkem Auftritt verdient mit einer 43:42-Führung in die Kabine gehen – dann das: Beim Landen kommt Thomas Grün unglücklich auf, knickt um und fällt mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden, bleibt liegen. Seine Teamkollegen helfen ihm kurz darauf auf, begleiten den Luxemburger in die Kabine. Doch der Mann mit der Trikotnummer 10, der bis dahin eine starke Leistung hingelegt hat (sechs Punkte, ein Assist, und gute Defensivarbeit), wird in Halbzeit zwei nicht mehr aufs Parkett der Richard-Hartmann-Halle zurückkehren. Eine genaue Diagnose steht am Freitagabend noch aus.

Ohne Zweifel: Mit dem Luxemburger fehlt den Gladiatoren eine wichtige Kraft für die zweiten 20 Spielminuten – wer weiß, wie das Spiel mit ihm ausgegangen wäre …

Von vorne: Nach dem überzeugenden Heimsieg gegen die Hamburg Towers aus der vergangenen Woche legen die Gladiatoren auch beim Spitzenreiter von Beginn an eine starken Auftritt hin. Auch wenn Trier nach fünf Minuten mit sechs Zählern hinten liegt (5:11), sieht das richtig gut aus, was das Held-Team da aufs Parkett legt.

Wie von Chefcoach Christian Held angekündigt, versuchen die Gäste den Ball immer wieder unterm Korb auf ihre Langen Johannes Joos und Till Gloger zu bringen. Mit Erfolg: Beide Center präsentieren sich in guter Form. Gloger, dem gegen Hamburg noch das Glück in vielen Szenen fehlte, ist gegen Chemnitz deutlich besser unterwegs, macht es gut.

Sehenswert werden beide immer wieder von Jermaine Bucknor, Kalvin Lewis, Simon Schmitz oder Kevin Smit in Szene gesetzt. Auch defensiv agieren die Trierer konzentriert. Einzig die Distanzwürfe fallen nicht.

Zum Start der zweiten zehn Minuten gestatten die Gäste den Niners dann zunächst vermehrt Offensiv-Rebounds. Weil zudem weiterhin Distanzwürfe keine Waffe sind und Chemnitz es vorne gut macht, ziehen die Sachsen vorübergehend davon (21:28 aus TR-Sicht).

Doch Christian Held reagiert , nimmt die Auszeit – mit Erfolg. Trier fängt sich sofort, kommt durch mehrere starke Aktionen von Jermaine Bucknor, der nach seinem Wahnsinns-Spiel gegen Hamburg wieder viel Verantwortung übernimmt, schnell wieder heran (26:28).

Die Gladiatoren werden in der Folge immer besser. Wann immer es möglich ist, nehmen sie offensiv viel Tempo auf. Mit zwei, drei schnellen Pässen finden sie nach dem Ballvortrag den freien Mann – so wie knapp fünf Minuten vor der Pause: Der Ball ist fix in der Chemnitzer Hälfte, Kevin Smit mit einem starken Pass auf Lucien Schmikale, und der versenkt für Drei (33:34). Die Gäste machen den wacheren Eindruck, sind dem Spitzenreiter absolut ebenbürtig. Auffallend: Klappt es mal nicht mit dem schnellen Abschluss, spielt es Trier ruhig und überlegt, findet immer wieder gute Lösungen gegen die Chemnitzer Defense.

Kurz darauf bringt Schmikale sein Team sogar in Führung (37:36). Chemnitz hat Probleme mit dem facettenreichen Offensiv-Spiel und der intensiven Defensivarbeit der Moselstädter. Triers 43:42-Halbzeitführung geht absolut in Ordnung.

Und dann? Helds Jungs kommen bärenstark aus der Kabine: Simon Schmitz übernimmt viel Verantwortung. Immer wieder beweist er sein gutes Auge, so wie bei einem Zuckerpass auf Till Gloger (47:42). Zudem wirft sich der Kapitän in jeden Ball, sorgt immer wieder für Ballgewinne. Auch wenn seine Distanzschüsse weiterhin nicht fallen, ist es ein starker Auftritt des Aufbauspielers.

Trier spielt weiterhin sehr clever, zeigt Teambasketball. Jeder Spieler übernimmt Verantwortung: So auch Rupert Hennen. Mitte des dritten Viertels seine stärkste Phase: Der junge Trierer trifft von außen und setzt seine Mitspieler hervorragend ein. Mit einer 64:59-Führung geht’s in die letzten zehn Minuten – es riecht nach der Überraschung.

Im Schlussabschnitt bleibt es eng, die Führung wechselt mehrmals. Erst in den letzten Minuten entscheiden die Sachsen das Spiel schließlich für sich.

Auch wenn es am Ende nicht reicht für den Auswärtssieg: Die Leistung der Gladiatoren macht Mut für die kommenden Wochen.

Für Trier geht’s am kommenden Samstag weiter: Dann sind die Artland Dragons zu Gast in der Arena Trier (20 Uhr).

Statistik

Punkte Trier: Lewis 8, Smit 8, Bucknor 14, Hennen 5, Schmikale 5, Dietz 0, Schmitz 2, Grün 6, Ilzhöfer 4, Gloger 15, Joos 14