Zurück im Regen

Urlaub ohne Laufen? Das geht nicht bei TV-Laufkolumnist Rainer Neubert. Dass in der Ferne manchmal ganz neue Herausforderungen auch auf erfahrene Läufer warten, beschreibt er in seiner aktuellen Kolumne.

1:52:58 - 2:42:07 - 2:42:34 - 1:32:16. Diese Zeiten dokumentieren die vier Läufe während meines Ausflugs in den tiefen und tiefsten Süden Frankreichs.

Start war dabei stets vor 7 Uhr, denn die Sonne heizte bereits am Morgen heftig ein.Die Streckenlängen machen den Vergleich der vier Zahlenkombinationen interessant: Knapp 14 Kilometer waren es beim ersten und beim vierten Lauf, 16 und 25 bei der zweiten und dritten Tour.

Wie anspruchsvoll der "sentier littoral" auf der Halbinsel von Giens ist, lässt sich daran ablesen. Denn so ein Randweg entlang von Klippen und Buchten bietet zwar viel Natur und tolle Ausblicke auf das Meer, gleichzeitig aber steile Auf- und Abstiege, Felsstufen und sogar Kletterpassagen. Nun ja, dass auf einem Schild für ein sechs Kilometer langes Teilstück für Wanderer eine Zeit von vier Stunden vermerkt war, hatte mich ja zumindest gewarnt (oder hätte es tun sollen).

Woche zwei: Im Languedoc am schönen Fluss Gardon entpuppte sich die Hitze zur größeren Herausforderung. Vergleichsweise gelassen beobachteten dort Einheimische, auf der Terrasse ihrer Stammkneipe am Frühstückscafé nippend, wie ein blonder, aber rotgesichtiger Deutscher seinen Kopf in das kühle Wasser des Dorfbrunnens gegenüber tauchte und mit gierigen Schlucken versuchte, den Wasserbehälter trockenzulegen …

Gestern dann wieder der erste Lauf in der Heimat - 18 Grad, Regen. Vertrautes Terrain. Die Natur hat sich von der langen Trockenzeit im Mai und Juni gut erholt. Alles satt grün. Wunderbar! Schön ist es hier! Hmm… Wenn ich allerdings an das Blau der Côte d\'Azur, an Sonnenblumenfelder, an diesen Duft des Südens denke … laufen@volksfreund.de