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Konz/Schleiz: Einmal den „Mythos Schleiz“ erleben

Motorsport : Einmal den „Mythos Schleiz“ erleben

Ein Fahrerduo aus der Region erlebte Deutschlands wohl schönste Natur-Rennstrecke im Rahmen von nationalen Meisterschaften. Im Fokus standen historische Vehikel.

Die Rennstadt Schleiz, gelegen unweit von Plauen im Vogtland, gilt unter Motorsportlern, vor allem aber bei den Motorrad-Enthusiasten, als ein Mekka für die „ganz Harten“ auf Asphalt. Deutschlands schönste und älteste Natur-Rennstrecke, das „Schleizer Dreieck“, hat vor allen Dingen zu DDR-Zeiten Geschichte geschrieben. Im Osten hat Schleiz wie hierzulande der Nürburgring Kultcharakter. In den 1950er Jahren waren Motorrad-Rennen auf dem Naturkurs mit rund 250 000  Zuschauern keine Seltenheit. Seit 1990 gehen in Schleiz auch wieder internationale Felder an den Start.

Den Mythos dieser unvergleichlichen Berg-und-Talbahn erlebte am Wochenende auch ein Gespann aus der Region,  nämlich Heribert Thiel aus Konz und Michael Weyand aus dem saarländischen Nalbach.  Das Duo, Angehörige der Jahrgänge 1957 und 1958, nahm mit einem alten Renngespann, einer 980 ccm großen BMW R50, an der Deutschen Historischen Rennsportmeisterschaft teil.

Das Gespann ist größtenteils in Eigenregie von Heribert („Bert“) Thiel mit viel Kreativität und Eigenleistung entstanden, um für die angestrebte Rennwagenklasse Q homologiert zu werden. Das hieß unter anderem: Rahmen und Motor durften nur von Großserien-Straßenmotorrädern bis 1983 stammen. Maximaler Hubraum: 1000 ccm, nur angeschraubte Plattform-Rennseitenwagen und Straßenzugelassene 15-Zoll-Reifen am Motorrad.

Coronabedingt wurde der erste Lauf der Histo-Serie auf der traditionsreichen Rennstrecke am Rande der Autobahn A9 Halle - Leipzig - Nürnberg auf das zweite Juli-Wochenende verlegt. Vier Wertungsläufe galt es für Thiel und Weyand zu absolvieren. „Leider fanden drei davon bei strömendem Regen statt“, wie Thiel nach dem Rennwochenende berichtete. Dennoch waren die beiden nicht nur von ihren Ergebnissen (Elfte von 38 Startern in der Gesamtwertung, Platz sechs im zweiten Wertungslauf), sondern auch von dem gesamten Ereignis des historischen Motorradsports begeistert.

 Allerhand zu schrauben gab es für Herbert Thiel (rechts) und Michael Weyand.
Allerhand zu schrauben gab es für Herbert Thiel (rechts) und Michael Weyand. Foto: privat

„Schleiz ist wirklich eine sehr anspruchsvolle Strecke, mit schnellen Bergab-Passagen. Viele Doppelkurven machen das Leben auch für den Beifahrer zur richtig harten Arbeit“, blickte Thiel zurück. Unter mehr als 300 gestarteten Teilnehmern in allen Klassen habe jedoch eine freundschaftliche Atmosphäre mit vielen „Benzingesprächen“ geherrscht. „Unser oberstes Ziel war es ohnehin, anzukommen. Wir haben noch Luft nach oben, aber es war ein phantastisches Erlebnis. Jetzt knirschen die alten Knochen halt, aber das gehört dazu.“