Gedämpfte Vorfreude in Issel

Gedämpfte Vorfreude in Issel

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte haben die Frauen des TuS Issel die erste Hauptrunde im DFB-Pokal erreicht. Morgen werden die Paarungen von der 47-fachen Nationalspielerin und Trainerin Anouschka Bernhard gezogen.

Issel. Dem Regionalligisten aus Issel reichte die Rheinlandpokal-Endspielteilnahme zum Einzug in die Hauptrunde, da der Finalgegner TuS Bad Neuenahr II war, der durch sein Bundesligateam bereits im DFB-Pokal vertreten ist. Die Hauptrunde wird am 13. und 14. August ausgetragen. Die Auflagen, die der DFB dem Verein macht, sind happig. Wirklich überrascht war Issels Abteilungsleiter Jürgen Schmitt nicht, da er "die seit Jahren immer höher werdenden Anforderungen kennt". Der TuS hatte sich wegen der immer besser werdenden sportlichen Darbietung in der Regionalliga auch mit den Voraussetzungen vertraut gemacht, "wenn wir in die Verlegenheit kommen würden, in die engere Auswahl potenzieller Zweitliga-Aufsteiger zu rutschen". Aber: "Das könnten wir nicht stemmen." Mit "mindestens 70 000 bis 80 000 Euro" beziffert Schmitt die Kosten für eine Saison. Selbst der Pokal stellt Issel schon vor große logistische Anforderungen, und viel Geld wird damit nicht zu verdienen sein. Zunächst ist ein Umzug unabdingbar. Der DFB schreibt für den Wettbewerb einen Rasenplatz zwingend vor - Issel aber hat keinen. Die Mannschaft trägt ihre Heimspiele auf dem Kunstrasengelände an der Stefan-Andres-Hauptschule in Schweich aus. Verhandelbar war dieser Platz nicht. "Ein Rasenplatz mit der Mindestgröße von 100 mal 64 Metern ist vorgeschrieben, dazu ein Raum mit Internetanschluss erwünscht", sagt Schmitt, der nun mit seiner Mannschaft zum SV Leiwen-Köwerich ausweichen wird. Damit entfällt automatisch eine potenzielle Ertragsquelle, "weil wir den Gastgebern für ihr Entgegenkommen ja die Einnahmen aus der Gastronomie lassen müssen". Weitere Kosten kommen hinzu. Es ist keineswegs sicher, ob sich der Aufwand für Ordnungs- und Organsationspersonal, die Schiedsrichterkosten (240 Euro plus Spesen) und andere Dinge aus den Einnahmen und dem vom DFB gewährten Zuschuss von 1500 Euro bestreiten lassen. Schmitt bleibt aber gelassen: "Wenn es nicht reicht, können wir einen weiteren Zuschuss beantragen." Der ganz große Knaller kann dem TuS im Gegensatz zum DFB-Pokal der Männer nicht zugelost werden, denn die neun erstplatzierten Vereine der Frauenbundesliga haben in der ersten Runde ein Freilos. 23 Paarungen werden für die erste Runde ausgelost. Im Topf vier, in dem sich die potenziellen Gegner der Moselanerinnen befinden, stecken Auf- und Absteiger der ersten Bundesliga und Zweitligisten. wir Topf 4: 1. FC Saarbrücken, SC Freiburg, 1. FC Köln, TSG 1899 Hoffenheim, TSV Crailsheim, VfL Sindelfingen, 1. FFC 08 Niederkirchen, FV Löchgau, ETSV Würzburg und Borussia Mönchengladbach.