1. Meinung

Grund zum Optimismus

Grund zum Optimismus

Wer derzeit in der Region Trier eine Stelle sucht oder seit Monaten in Kurzarbeit ist, mag sich über die monatlichen Zahlen der Arbeitsagentur Trier ärgern. Die positive Daten und die persönliche Situation passen einfach nicht zusammen.Während bundesweit die Arbeitslosenzahl im vergangenen Monat stark angestiegen ist, schlägt sich die Region prima.

Mit einer Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent stehen die Arbeitsagenturen in den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, im Eifelkreis Bitburg-Prüm, im Vulkaneifelkreis Daun, in Trier-Saarburg und in der Stadt Trier viel besser da als die meisten anderen deutschen Landstriche. Aber dem, der keine Stelle hat, nutzt das wenig.

Und das sind deutlich mehr als noch in der Hochphase vor einem Jahr: Damals suchten rund 1500 Menschen weniger in der Region einen Job.

Und auch die fast 9800 Menschen, die derzeit Kurzarbeit machen, sehen ihre Arbeitsplatzsituation mit einiger Sorge und Skepsis.

Zieht die Wirtschaft, etwa bei den Automobilzulieferern, wieder an? Oder fährt die Kraftfahrzeug-Branche nach dem Ablauf der Abwrack-Prämie nun gegen die Wand?

Doch zum ersten Mal seit Monaten haben die jüngsten Arbeitsmarktzahlen auch für die "Suchenden" einige positive Zeichen. Auf dem regionalen Arbeitsmarkt gibt es eine Dynamik, die sich aus den stabilen Zahlen nicht unbedingt erkennen lässt.

So ist zwar die Gesamtzahl der Arbeitslosen gegenüber Juni "nur" um 136 zurückgegangen, doch in Wirklichkeit meldeten sich 3439 Menschen arbeitslos, und 3549 Menschen fanden wieder einen Job. Am Ende steht dann die Zahl von 11 886 Einzelschicksalen.

Doch 2836 freie Stellen sind dem Arbeitsamt gemeldet.

Nun suchen auch die Zeitarbeitsfirmen wieder mehr Mitarbeiter. Das macht Mut, denn gerade diese Firmen sind in Krisenzeiten zuerst von Arbeitslosigkeit betroffen. Auf der anderen Seite profitiert die Branche als Erste von Aufträgen, die andere Unternehmen mit ihrem Stammpersonal nicht stemmen können. Ein wenig Optimismus ist also angebracht.

h.waschbuesch@volksfreund.de