Fragwürdig und gewagt

Zur WM-Vergabe an Russland und Katar:

Die im Voraus stark kritisierte Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika im vergangenen Sommer brachte überraschend viel Positives, aber auch Negatives mit sich - und nun direkt die nächste gewöhnungsbedürftige Vergabe der WM-Austragungsstätte nach Russland 2018 und Katar 2022.

Diese beiden Staaten könnten unterschiedlicher nicht sein, jedoch haben sie eines gemeinsam: Geld! Grund genug für einen Mitbewerber wie England, enttäuscht zu sein. Schließlich richtete das "Mutterland des Fußballs" zuletzt 1966 eine Weltmeisterschaft aus.

Andere Bewerber wie Spanien/Portugal, die sich in den letzten Jahren auf den Thron des Vereins- und Weltfußballs geschossen haben, zogen den Kürzeren gegen das größte Land unserer Erde, Russland, das zwar - ähnlich wie Katar - hinsichtlich des Fußballs einen Aufschwung erlebt, jedoch in Sachen Fußballkultur nur das Nachsehen gegenüber den "Großen" hat.

Ebenso fragwürdig scheint mir, wieso ein Land, kleiner als Hessen, den Vorzug gegenüber Australien, den USA und Japan/Südkorea bekommt.

Ich stelle mir die Frage, wie die WM, die Jahrzehnte lang auch von der großartigen Unterstützung der mitgereisten Fans lebte, in Katar zu ähnlichen Erfolgen führen soll. Die Vergabe an das Emirat Katar ist, wie ich finde, ein mehr als gewagtes Experiment, durch das die Fans und der Sport selbst immer mehr in den Schatten geraten werden und Gewinn und Umsatz für die Fifa und das austragende Land in den Vordergrund geraten.

Marek Rosswinkel, Prüm

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