Katholische Kirche: Jämmerliches Bild

Katholische Kirche : Jämmerliches Bild

Zur Berichterstattung über die Aufarbeitung des Missbrauch-Skandals in der katholischen Kirche, insbesondere zum Artikel „Bischöfe gehen auf Missbrauch-Opfer zu“ (TV vom 12. März) schreiben Hans-Werner Thesen, Horst Hansen und Peter Oeltges:

Na das ist ja großartig, die Bischöfe gehen auf die Missbrauch-Opfer zu. Das hört sich so an, als ob man da jetzt ganz großherzig ist. Nein, es ist eben nicht großherzig, es ist ein Skandal, wie die deutschen Bischöfe (bis auf ein paar wenige Ausnahmen) unter der Leitung von Reinhard Marx mit dem Thema umgehen.

Die Opfer beziehungsweise  deren Repräsentanten werden wieder einmal nicht eingeladen. Hat man so eine große Angst, den Opfern direkt ins Gesicht zu sehen und sich aus erster Hand und öffentlich schildern zu lassen, welche Verbrechen Priester begangen haben und wie schäbig die katholische Kirche in Deutschland mit den Opfern umgegangen ist?!

Ich werde den Verdacht nicht los, dass bei diesem Bischofskollegium noch zu viele Herren am Tisch sitzen, die sich in ihrer Zeit der Verantwortung durch Vertuschung und Decken von Straftaten selbst zumindest moralisch schuldig gemacht haben.

Nein, die katholische Kirche, repräsentiert durch ihre Bischöfe, gibt ein ganz jämmerliches Bild ab. Die Bischöfe glauben wohl ernsthaft, dass sie, die sich vermutlich zum Teil selbst der Mitwisserschaft schuldig gemacht haben, in der Lage wären, der Kirche wieder so etwas wie Glaubwürdigkeit zurückzugeben. Glaubwürdig und ehrenhaft wäre es, wenn zunächst einmal all jene Bischöfe und anderen klerikalen Würdenträger, die sich selbst als Mitwisser schuldig gemacht haben, dies öffentlich mit Nennung von Daten und Fakten zugeben würden und dann zurückträten.

Oder will man etwa ernsthaft behaupten, dass derzeit keine in diesem Sinne Schuldigen dem Bischofskollegium angehören?

Wenn dem so ist, dass alle unschuldig sind, sollten alle eine entsprechende eidesstattliche Versicherung abgeben. Es ist nämlich unabdingbar, dass zunächst einmal das Bischofskollegium frei von jeglichem Verdacht und jeglicher Schuld ist. Dann und nur dann kann man vielleicht mit Hilfe von Opfern und außenstehenden Personen diese schlimmen Verbrechen glaubhaft aufarbeiten.

Hans-Werner Thesen, Kenn

Zum Leserbrief „Weltfremd und selbstherrlich“ (TV vom 27. Februar):

Ich kann Monika Wächter nur voll und ganz zustimmen. Gratulation! Auch die Versammlung der 400 „Würdenträger“ in Rom einschließlich der Rede des Papstes hat nicht weitergeführt. Die katholische Kirche ist wohl nur zu wirklichen Konsequenzen bereit, wenn sie mit dem Rücken an der Wand steht. Eigentlich ist sie längst dort angekommen, aber sie will es noch nicht wahrhaben. Sie wird sich aber auch noch der Tatsache stellen müssen, dass weltweit Ordensfrauen von Priestern missbraucht und geschwängert werden und auf diese Ordensfrauen Druck ausgeübt wird bis hin zur Abtreibung. Auch das ist nicht nur eine Missachtung der Frauen, sondern ein Verbrechen. Aber auch sonst legen die sogenannten Kirchenfürsten die Axt an die Wurzeln ihrer Institution. Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hat in jüngster Zeit Christus dreimal verraten: Die Regierung des überwiegend katholischen Bayern hat angeordnet, dass das Kreuz als DAS Wahrzeichen des Christentums wieder in öffentlichen Gebäuden aufgehängt wird. Kardinal Marx hat sich öffentlich dagegen gestellt. Da krähte der Hahn zum ersten Mal. Erst kürzlich meinte er, die Bezeichnung „christliches Abendland“ für Deutschland und Europa sei nicht mehr zeitgemäß. Da krähte der Hahn zum zweiten Mal. Den Verrat an Christus vollendete er auf dem Tempelberg in Jerusalem, als er und sein evangelischer Mitbruder Heinrich Bedford-Strohm zugunsten eines muslimischen Imams ihr Brustkreuz ablegten. Da krähte der Hahn zum dritten Mal.

Kardinal Marx ist ein Sargnagel der Institution katholische Kirche. Tatkräftig unterstützt wird er dabei von seinem Kollegen Rainer Maria Woelki aus Köln, der meinte: „Wer Ja zu Kirchtürmen sagt, der muss auch Ja sagen zum Minarett.“ Der Fisch beginnt auch hier am Kopf zu stinken. Ich bin nicht Mitglied der Institution Kirche. Aber ich bin gläubiger Christ. Und ich bin katholisch. Aber nicht römisch-katholisch. Ich denke, hier ist ein Neubeginn notwendig. Die Kirche in der jetzigen Form hat keine Zukunft, und das ist gut so. „Wer Neugeburt will, muss zum Sterben bereit sein.“ (Hermann Hesse).

Horst Hansen, Wittlich

Zum Artikel „Bistum Trier fordert Tempolimit auf Autobahnen“ (TV vom 13. März):

Das Bistum und seine Obrigkeit mischen sich in Angelegenheiten ein, die wohl besser von der Politik geregelt werden (sollten). Es entsteht der Eindruck, dass die inneren Angelegenheiten der katholischen Kirche nicht zur Auslastung der Herren reichen, es wäre besser, sie kümmerten sich zum Beispiel um das Zusammenlegen von Kirchengemeinden oder um Missbrauch in ihren Reihen, dass es den gibt, ist ja wohl unstreitig.

Meine Bitte an das Bistum: Unterlassen Sie die versuchte Bevormundung ihrer noch Gläubigen, oder glauben Sie, dass Sie sich alles erlauben können? Haben Sie noch nicht genug Schäflein verloren?

Peter Oeltges, Trimport