| 15:14 Uhr

Ihre Meinung
Nicht in diesem Maße!

Tierschutz

Zu den Berichten über die veganen Aktivisten schrieb uns dieser Leser: Wenn ich den heutigen Artikel über die veganen Aktivisten vor dem Fleischhof Simon in Wittlich lese, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Insbesondere darüber, dass die Kreisverwaltung eine solche Aktion von offensichtlich nur jungen Menschen, wenn ich die Bilder sehe, genehmigt. Wie auch Simon Fleisch zurecht angibt, dass es eine Meinungsfreiheit gibt, ist diese Aktion der jungen Leute meines Erachtens völlig daneben und dies aus mehreren Kritikpunkten.

Zunächst möchte ich anführen, dass das Anhalten von Fahrzeugen (wenn auch nur kurz) aus der Fahrt heraus gegebenenfalls strafrechtlich eine Nötigung darstellen kann. Die Fahrer stehen unter enormem Druck, wie allseits bekannt sein dürfte. Durch diese unnötige Verzögerung, wenn auch nur zwei Minuten, kann ein solcher Fahrer bereits Ärger bekommen. Denn die Zeitpläne der Fahrer sind teils sehr eng gesteckt, und sie sind GPS-überwacht. Diese unnötige Wartezeit bekommt so auch der Chef des Fahrers mit. Auch hinsichtlich Lenk- und Ruhezeiten können diese zwei Minuten beim eng gesteckten Fahrplan entscheidend sein, zum Beispiel ob der Fahrer zu Hause oder im LKW schläft. Dass sollten diese Aktivisten mal bedenken, ob der Fahrer also bei Familie zu Hause oder alleine im LKW übernachten muss.

Denn die LKW-Fahrer gehen ihrer Arbeit nach, was die Aktivisten offensichtlich nicht tun. Ihre Meinung zu äußern ist, wie gesagt, okay, aber die jungen Leute sollten lieber arbeiten gehen, wie ich es auch hart für mein Geld tun muss. Denke da schwillt einigen Arbeitnehmern der Kamm.

Dann ist da auch noch der Datenschutz. Die Bilder der Aktivisten landen oft ungefragt im Internet, hier frage ich mich, wo der Datenschutz bleibt. Zumal dieser sich geändert hat. Ich würde nicht wollen, dass mein Bild im Internet landet. Ich denke, so sehen es die Fahrer es ebenfalls und erst recht die Firmen, die zuliefern. Denn das ist in meinen Augen Rufschädigung. Das alles sollten die Aktivisten bedenken. Hier könnten Schadensersatzforderungen von den Firmen auf sie zukommen, oder fragen die Aktivisten vorher Fahrer und Unternehmen, ob das Bild online gestellt werden darf? Glaube ich kaum. Also, Datenschutz, auf zu Taten! Ich als Rechtsanwalt würde mich in diesem Fall freuen. Ich sage nichts gegen die Aktion, nur gegen die Art und Weise. Man kann ja demonstrieren, aber nicht in einem solchen Maße und andere damit bei der Arbeit so behindern. Ich verstehe, wie gesagt, in diesem Fall die Genehmigung in der solchen Form nicht, das kann ich nicht nachvollziehen.

Marco  Reis, Osann-Monzel