1. Meinung

Die Liss und die Hitze

Kolumne Liss : Schwitzen ohne Gnade

Ich will ja nichts sagen,

aber schwitzt ihr auch so wie ich? Man freut sich ja immer auf einen warmen Sommer und lauschige Abende auf dem Balkon, aber dieses Jahr ist mir das wirklich zu viel. Tagsüber hält man die Hitze nicht aus, und abends im Bett da kommt es mir vor, als gare ich im eigenen Saft. Und soviel trinken wie man Durst hat, das bekommt derzeit auch mein Hermann nicht fertig.

Aber die Bürgermeister, die haben sich inzwischen schon was einfallen lassen, damit die Leute sich erfrischen können. Die Bediensteten im Hermeskeiler Rathaus, die treffen sich im Moment jede Mittagspause am Brunnen vor dem Rathaus und halten ihre Füße und Hände ins Wasser, damit sie ein wenig abkühlen können. Das haben die Architekten bei der Planung des Rathauses schon so bedacht. Clever, die Hochwälder!

In Morbach sitzen die Leute, die sich in der Eisdiele ihre fünf Kugeln im Becher gekauft haben, nicht mehr auf der Kirchenmauer, sondern gehen ein paar Meter weiter zum Unteren Markt, wo der Morbach plätschert und setzen sich dort hin. Alleine der Blick auf das kalte Rinnsal erfrischt die Leute. Bürgermeister Andreas Hackethal freut sich ja, dass er das teure Öl in der Zusatzheizung des Schwimmbades sparen kann – das Wasser heizt sich derzeit ganz von alleine auf.

Und in Thalfang lässt Bürgermeisterin Vera Höfner ihren Hund von der Leine, damit der die vielen Enten, Gänse und andere Wasservögel im Kurpark vertreibt. Dann können die Märker – ohne lästige Spuren – endlich ins kühle Nass des kleinen Sees abtauchen.

Vielleicht suche ich mir, solange es heiß ist, einen kleinen Nebenjob. Bei einem Lebensmittel-Großhändler in Morbach gibt es – glaube ich – ein großes Kühlhaus, soweit ich weiß mit Temperaturen bis minus 30 Grad. Das wäre für mich jetzt der richtige Aufenthaltsort. Aber wo ich jetzt im Hochsommer lange Unterhosen aus Angora herbekomme, dass ich dort nicht friere, das ist glaube ich im Moment das größte Problem,

meint eure Liss