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A wie A pu!

Am Beginn eines neuen Jahres steht meist alles auf Anfang. Und weil Anfang nicht nur mit dem Buchstaben A beginnt, sondern auch der erste Buchstabe im Alphabet ist, wollen wir diese Lëtzebuergesch-Kolumne auch mit A starten. Sabine Schwadorf

Denn in der Sprache unseres Nachbarlandes steht der Buchstabe gar für eigene Wörter. Beispiele: Ach Damit ist fast jede Art von Empfindung gemeint. Vor allem in der Bedeutung des überrascht Fragenden, etwa für Wirklich? oder mit dem Zusatz: A, da\'s mer nei. Das ist mir neu. Auch steht A in der Empfindung für ungläubig sein, also Doch sicher nicht? mit dem Zusatz A gewëss. Auch für Enttäuschung steht das A, etwa für Schade! oder mit dem Zusatz: A, wéi domm. Auch für Ungeduld und etwas abtun wird A verwendet, etwa für Ach was! Und dann auch gern mit dem Zusatz: A watt. Oder: O wa. Wer angewidert ist, im Deutschen Pfui! sagen würde, sagt im Luxemburgischen A pu! Ebenso kann das einfache A auch erweitert werden auf ein Aba, wenn es um Verwunderung oder Abweisung geht. Etwas gemächlicher kommt Abee! daher, etwa in der Bedeutung Na denn. Wohlan. analog zum Fränzösischen Eh bien! Heißt\'s dann: Abee jo!, dann ist in dieser Situation wohl alles zu spät. Hier gilt die Bedeutung: Da haben wir die Bescherung, das fehlte gerade noch. Aber auch: Nun wohl denn, meinetwegen. Wer versteckt sein Unbehagen äußern möchte, hat im Lëtze-buergeschen eine höfliche, aber eindeutige Formulierung: Abee merci! Damit sagt man direkt in ironischem Ton: Ich danke. Allerdings mit dem Hintergedanken: Damit bin ich nicht einverstanden, das ärgert mich. Mehr aus dem Lëtzebuerge schen gibt es im Buch "Luxemburger Allerlei - Wissenswertes für Anfänger und Fortgeschrittene". Das Buch ist im Handel und im TV-Shop erhältlich. Der Titel: Sabine Schwadorf: Luxemburger Allerlei, Verlag Michael Weyand, 14,80 Euro.