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Kolumne
Saachen unn Dinger

 Horst Schmitt
Horst Schmitt FOTO: privat
Zwei Trierische Wörter, die nur scheinbar das Gleiche bedeuten, sind die Saach (die Sache) und datt Dingen (das Ding). Schauen wir uns das mal genauer an. Horst Schmitt

Die Saach wird, wie auch im Hochdeutschen, einmal im wörtlichen Sinn, dann aber aber auch in übertragenem Sinn gebraucht. Im wörtlichen Sinn klingt das so: Datt sönn mein Saachen. (Das sind meine Gegenstände, oder auch: das sind meine Kleider.) Hammer Saachen fir obb de Kibb? (Haben wir Gegenstände zur Entrümpelung?)
In übertragenem Sinn: Datt öss mein Saach. (Das ist mein Problem, das geht alleine mich an.) Kömmert euch omm eijer aaje Saachen! (Kümmert euch um euere eigenen Angelegenheiten!)
Datt Dingen (Plural: die Dinger) hat sehr unterschiedliche Bedeutungen, je nachdem seinem Auftreten im Singular (Einzahl) oder im Plural (Mehrzahl).
Im Singular steht es für reale Objekte: Datt blöd Dingen stiet mer ömm Wääsch! (Dieser lästige Gegenstand steht mir im Wege!) Und e jong Dingen ist ein junges Mädchen.
Im Plural dagegen steht das Wort fast immer für Abstraktes: Schien Dinger heert mer von dir! (Es sind Gerüchte über dich im Umlauf!)
Watt mischs dau da fir Dinger? (Was machst du denn für Sachen?) hört sich zwar an wie eine Frage, ist aber ein leichter Vorwurf, wenn einer sich dumm anstellt oder sich unberechenbar verhält. Maach kaan Dinger! heißt die Warnung, wenn jemand sich leichtsinnig in Gefahr begibt. Maach kaan Dinger! ist aber auch der Ausruf des Erstaunens bei einer überraschenden Neuigkeit.
Das von dem Dingen abgeleitete Verb dingsen bedeutet heimliches, unerlaubtes Tun. Bei der Rechnung schummeln: Bei der Räschnong dingsen. Dä Klaos haott ebbes gedingst, wei sötzt en ömm Dugges. (Klaus hat eine Straftat begangen, jetzt sitzt er im Gefängnis.)
Das ebenfalls verwandte Wort datt Gedings bedeutet Getue. Maach kaa Gedings! (Lasse die Sache auf sich bewenden!)
Eisch haat ald widder Gedings mött meim Aalen. (Ich hatte schon wieder eine Auseinandersetzung mit meinem Chef.)
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