Kommunalpolitik : Ayl will weiter wachsen

Die Erschließung eines Neubaugebiets und die Umgestaltung des Dorfplatzes zur schmucken Visitenkarte des Orts, wo viele Aktivitäten erlaubt sind, stehen an.

  Nein, den Namen „Schock“ soll das neue Baugebiet in Ayl, oberhalb des Lambertusweges, auf keinen Fall behalten. „Das ist ein alter Flurname. Das Baugebiet wird anders heißen“, sagt Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger, und fragt schmunzelnd: „Wer will schon in einem Schock wohnen?“

Die Nachfrage nach Bauland in Ayl ist enorm. Die gute Infrastruktur des Weindorfes und historisch niedrige Zinsen locken Bauherren an. Ein Planungsauftrag ist jedoch noch nicht erteilt, denn, so der Ortschef: „Wir müssen erst mit den Grundstückseigentümern über den Verkauf verhandeln.“ Er ist optimistisch und erwartet eine hohe Verkaufsbereitschaft, zumal ja gerade Ayler Bürger hier die Gelegenheit bekommen sollen, den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen, ohne wegziehen zu müssen.

Es geht um 29 000 Quadratmeter. 10 000 Quadratmeter davon dürfen nach Paragraf 13b des Baugesetzbuches auch außerhalb der Ortsgrenzen versiegelt, sprich bebaut werden. Dazu zählen auch die Zuwegung und Einfahrten. Gerade rechtzeitig hat der Ortsgemeinderat im alten Jahr den Aufstellungsbeschluss noch gefasst, denn die Regelung lief zum Jahreswechsel aus. „Wir sind mit dem 13b über die Ziellinie“, freut sich Büdinger, denn die Gemeinde kann derzeit keinen einzigen Quadratmeter Bauland mehr anbieten. Und auch private Flächen sind rar geworden.

Jetzt hat die Ortsgemeinde Zeit bis Ende nächsten Jahres, Baurecht zu schaffen. „So lange wollen wir nicht warten, sondern Planung, Offenlage und Satzungsbeschluss zügig umsetzen“, formuliert Büdinger sein Ziel. 

Für die Planung stehen 50 000 Euro, für den Grunderwerb 450 000 Euro im Haushalt. „Das sind alles geschätzte Zahlen“, relativiert der Ortschef. Wie viele Grundstücke es letztendlich werden, wie groß sie sind und was sie kosten, ist noch offen, denn zunächst muss ja die Planung abgewartet werden, die in einer der nächsten Ratssitzungen vergeben wird.

Nach wie vor ist die Neugestaltung des Dorfplatzes ein großes Ziel. Sie ist mit der Bevölkerung in der Dorfmoderation diskutiert worden. Die Vorbereitung des Bebauungsplanes läuft. Das Konzept: Jung und Alt sollen sich in der Dorfmitte wohlfühlen. Hier will man auch künftig gemeinsam feiern. Dazu werden auch die Toilettenanlagen barrierefrei erneuert. 100 000 Euro an Planungskosten stehen im Haushalt. Die letzten Flächen sollen noch in diesem Jahr erworben werden. Ob jedoch einige alte und marode Häuser in diesem Jahr abgerissen werden können, steht noch nicht fest.

Autos sollen künftig auf dem Festplatz an der Kita parken, nicht auf dem Dorfplatz. Die Anlieger bekommen eine Tiefgarage.