Backhaus, Turm und parkende Wohnmobile

Backhaus, Turm und parkende Wohnmobile

Wenn an Pfingsten der Nationalpark Hunsrück-Hochwald offiziell eröffnet wird, will die Anrainergemeinde Züsch mit touristischen Attraktionen um Gäste werben können. Der Ortsgemeinderat hat vor, Nägel mit Köpfen zu machen. Einzelne Ideen sollen in ein Gesamtkonzept fließen, das förderwürdig ist.

Züsch. Eine Heimathütte mit Strom und vielleicht sogar Internet, daneben ein Aussichtsturm mit Blick über den nagelneuen Nationalpark Hunsrück-Hochwald, eine Stellfläche für Wohnmobiltouristen und im Dorf ein voll funktionsfähiges Backhaus. Das sind nur einige Ideen, die das Nationalparkdorf Züsch für Touristen zu einem beliebten Anlaufpunkt werden lassen soll. "Den Züscher Hammer attraktiver gestalten und mehr Freizeitsportmöglichkeiten wie ein Radweg zur Hütte", wünscht sich Ortsbürgermeister Hermann Bernardy am Schluss seiner Aufzählung außerdem noch.
Zuschussmöglichkeiten ausloten


Diese einzelnen Ideen müssen in ein Konzept einfließen. Je besser das ist, umso eher gibt es Fördergeld", weiß Ratsmitglied Hartmut Heck, der auch im Fachbeirat für den Nationalpark der Verbandsgemeinde Hermeskeil mitarbeitet und dem Heimatverein rät, den Zuschuss der Ortsgemeinde zum Stromanschluss seiner Hütte doch lieber in ein Gesamtkonzept einfließen zu lassen. Dem stimmt auch der Ortschef zu: "Wir müssen endlich über die Zeit des Redens hinauskommen und die Zuschussmöglichkeiten abklopfen."
Hermann-Josef Schmitt fügt hinzu: "Es wurde uns ja viel versprochen, um uns den Nationalpark schmackhaft zu machen."
Heck macht klar: "Das Konzept des Nationalparks aus naturschutzfördernder Sicht steht. Was noch fehlt, ist die Regionalentwicklung drumherum." Da müsse noch viel organisiert und koordiniert werden, damit beispielsweise nicht alle paar Kilometer ein Wohnmobilparkplatz entsteht. Es wäre seiner Ansicht nach gut, wenn Züsch in den entsprechenden Gremien stärker mitarbeiten würde, um professionellen Rat und Unterstützung zu bekommen.
Da widerspricht Bernardy jedoch energisch: "Der Fachbeirat koordiniert nichts. Da sitzen Leute drin, die sich über möglichst große Zuschussbrocken hermachen wollen, obwohl ihre Orte viel weiter vom Park weg liegen als Züsch." Was fehle sei eine Solidarität wie bei den Windparkeinnahmen in der Verbandsgemeinde Hermeskeil.
Es gebe keinen eigenen Zuschusstopf für Projekte von Nationalparkgemeinden, so Heck. Er empfiehlt das Leader-Programm der Europäischen Union (EU). Da beginnt gerade die neue Förderperiode, die bis 2020 dauert.
Konzept wird erarbeitet


Der Züscher Ortsgemeinderat kam in seiner jüngsten Sitzung zu keinem konkreten Ergebnis, will sich aber bis zur nächsten Ratssitzung zusammensetzen, um ein Konzept zu erarbeiten. Zur nächsten Zusammenkunft der Ortsvertreter sollen Fachleute eingeladen werden, die beurteilen können, ob dieses Konzept trägt und förderungswürdig ist.
Extra

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald wird am 23. Mai (Pfingsten) am Hunsrückhaus am Fuß des Erbeskopfs offiziell seiner Bestimmung übergeben. Es folgen am Tag darauf regionale Veranstaltungen und am Montag, 25. Mai, ein Tag der offenen Tür mit begleiteten Rangertouren. Mehr Informationen unter <%LINK auto="true" href="http://www.nationalpark.rlp.de" class="more" text="www.nationalpark.rlp.de"%> doth