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Bürger-Workshops zum Stadtumbau in Hermeskeil: Größter Wunsch ist ein schönerer Donatusplatz

Förderprogramm : Stadtumbau in Hermeskeil: Schönerer Donatusplatz steht ganz oben auf Wunschliste der Bürger

Zum Abschluss der Bürger-Workshops für ein attraktiveres Hermeskeil wurden am Donnerstagabend im Johanneshaus die gesammelten Ideen präsentiert. Die Teilnehmer der Veranstaltung haben alle Projekte bewertet und ausgewählt, welche zuerst angepackt werden sollten.

Mehrere Millionen Euro fließen in den nächsten Jahren aus einem Förderprogramm von Bund und Land nach Hermeskeil, um dort den Stadtkern schöner zu gestalten. Ideen dazu sollen nicht nur aus der Politik kommen, sondern auch von Bürgern. Um deren Wünsche ging es bei drei Workshops seit Anfang April. Die dort erarbeiteten Vorschläge präsentierte Stadtplanerin Julia Kaiser vom Büro Stadtgespräch am Donnerstagabend im Johanneshaus.

„Wir haben schwach angefangen, dann aber richtig gute Ergebnisse erzielt“, lobte Kaiser mit Blick auf die schlecht besuchte Auftaktveranstaltung Ende März. In den Workshops hätten dann jeweils etwa 70 Bürger mitgearbeitet. Zum Themenabend für Gewerbetreibende seien rund 50 Teilnehmer gekommen. Mehr als 250 Ideen kamen laut der Planerin zusammen. Eine Auswahl davon notierte sie am Donnerstag auf Plakatwände im Saal. Dann bat sie die etwa 70 Besucher, mit kleinen Klebepunkten die Vorschläge zu markieren, die ihnen am meisten am Herzen lägen: „Damit wir wissen, wo wir Prioritäten setzen.“

Bauen und Wohnen Die Umgestaltung des Donatusplatzes belegte beim Thema Bauen/Wohnen mit großem Abstand den ersten Platz. Die Vorschläge dazu reichen von mehr Grün und weniger Busverkehr bis zum Überdachen der Haltestellen und Bänken, die den Aufenthalt dort angenehmer machen. Punktgleich auf Rang zwei landeten eine schönere, gemütlichere Fußgängerzone und das Ziel, für Leerstände wie das frühere Café Meyer-München eine neue Nutzung zu finden. Beispielsweise wünschen sich die Hermeskeiler ein Hotel in der Innenstadt und eine Metzgerei. Die Fußgängerzone umzugestalten ist auch das größte Anliegen der Gewerbetreibenden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gestaltung des Neuen Markts. Dieser könnte zu einer Art „Museums-Hotspot“ mit einer besseren Verbindung zu Hochwaldmuseum,  Naturpark-Zentrum und St.-Fargeau-Park werden. Zugleich soll er als Parkplatz und Veranstaltungsfläche erhalten bleiben.

Verkehr und Versorgung Hoch im Kurs stehen beim Thema Verkehr Verbesserungen am Donatusplatz wie eine autofreie Zone, weniger Bushaltestellen und mehr Barrierefreiheit. Für einen attraktiveren Wochenmarkt wünschen sich die Teilnehmer mehr Bio-Produkte, Fisch und einen Milch-Automaten. Angeregt wird der Aufbau eines medizinischen Versorgungszentrums mit Haus- und Fachärzten sowie einem Reha-Angebot.

Kultur und Tourismus Als größten Mangel im Bereich Tourismus bewerteten die Hermeskeiler fehlende Übernachtungsmöglichkeiten. Es müssten neue geschaffen und die vorhandenen besser vermarktet werden. Auf Platz zwei landeten Ideen für ein attraktiveres Rad- und Wanderwegenetz: eine direkte Anbindung an den Saar-Hunsrück-Steig, kleine Rundwege („Traumschleifchen“) und ein eigener Wegewart. Zum Wunsch nach mehr Veranstaltungen wie Open-Air-Kino, Stadtolympiade oder Römerfest sagte Planerin Kaiser: „Da können wir über das Förderprogramm nichts machen, das müssen Sie selbst hinkriegen.“

Weitere Ideen Über das Programm gefördert werden öffentliche und private Projekte, die innerhalb eines Sanierungsgebiets liegen und städtebauliche Missstände beseitigen. Die Grenzen dieses Gebiets im Stadtkern wird der Stadtrat voraussichtlich bis November festlegen. Manches Anliegen der Bürger bezog sich jedoch auf Objekte außerhalb dieses Bereichs. Notiert wurden die Ideen trotzdem, damit sie nicht verloren gehen. An der Spitze stand die Aufwertung des alten Bahnhofgebäudes am Ruwer-Hochwald-Radweg. Dort wünschen sich die Teilnehmer unter anderem eine Fahrrad-Servicestation, Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten.

So geht es weiter Das Planungsbüro wird in den Sommermonaten die Ideen herausfiltern, die ins Förderprofil passen. Sie fließen ein in ein Konzept für die städtebauliche Entwicklung der nächsten zehn Jahre. „Wir packen so viel hinein, wie es geht“, versprach Julia Kaiser. Bis zur Umsetzung ihrer Ideen müssten sich die Bürger aber „noch etwas gedulden“. Der Stadtrat soll das Konzept im Herbst absegnen, und dann beginnt die Planung konkreter Projekte. Starten will die Stadt mit dem Donatusplatz. Stadtbürgermeister Mathias Queck versicherte: „Die Bürger werden dann erneut einbezogen. Ihre Beteiligung endet nicht mit den Workshops.“