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Die Ankunft der Reliquien des Quiriakus vor 1250 Jahren wird in Taben-Rodt am Kirmestag mit Prozession und Festhochamt  gefeiert.

Kirche : Wo ein Heiliger  Mitbürger ist

Die Ankunft der Reliquien des Quiriakus vor 1250 Jahren wird in Taben-Rodt am Kirmestag mit Prozession und Festhochamt  gefeiert.

Hochfeierlich ist an der Taben-Rodter Kirmes ein ganz besonderes Jubiläum begangen worden: Seit 1250 Jahren beherbergt der Ort die Gebeine des heiligen Quiriakus (Betonung auf der zweiten Silbe). „Dieser Heilige, der Taben-Rodt schon seit 769 Jahren beschützt, wird hier wie ein Mitbürger empfunden“, sagte Weihbischof Franz-Josef Gebert, der das Festhochamt in der Pfarrkirche leitete, in seiner Predigt. Er sei eine Figur der Kirchengeschichte, bei der sich Menschen einfach wohlfühlen, denn er strahle etwas aus: Glaube, Hoffnung und Liebe.

Quiriakus ziehe die Menschen an, auch lange über seinen Tod hinaus. „Das ist besonders wichtig in schwierigen Zeiten, wie sie gerade die Kirche auch selbst durchmacht“, unterstrich der hohe Geistliche des Bistums. „Zu den Gebeinen des Heiligen kann man immer mit seinen täglichen Sorgen und Nöten kommen“, bestätigte Küsterin Christine Rörsch.

Eine jahrhundertealte Tradition hat die Prozession, bei der die Gebeine des Heiligen durchs Dorf zur Michaelskapelle getragen werden. Rund 200 Gläubige folgten dem Schrein bei unerwartet strahlendem Sonnenschein. Tradition hat auch, dass Kommunionkinder dabei sind, denn der Heilige hat sich besonders um  Kinder gekümmert. „Wir gehen durchs Dorf, damit der Geist aus­strahlt“, empfindet das der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrverwaltungsrates und Autor, Bernd Heinz, der sein Buch über Quiriakus weiter ergänzen will.

Diesmal kam noch die Einsegnung des neuen Kirchenvorplatzes mit einem Baum (Blutahorn) und der Enthüllung des entsprechenden Namensschildes hinzu.

Große Klänge waren im Festhochamt zu hören, mit 100 Sängern aus den Kirchenchören in Taben, Serrig, Saarburg, Ayl und Konz, dirigiert von Edwin Fell. Klaus Thomas Massem leitete den Musikverein.

Neue Bläserarrangements wurden dargebracht, und der musikalische Gesamtleiter, Professor Karl Ludwig Kreutz, der die Orgel spielte, hatte sogar das St.-Quiriakuslied vierstimmig gesetzt. So endete das Festhochamt mit einer Art Uraufführung.