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Junge Familie will den Traum vom Nationalpark-Hüttendorf in Muhl Wirklichkeit werden lassen

Unterkünfte für Nationalpark-Gäste : Paar aus Neuhütten plant kleines Hüttendorf – Naturerlebnis plus Dorfladen-Alternative

Eine junge Familie will den schon länger gehegten Traum vom Nationalpark-Hüttendorf in Muhl Wirklichkeit werden lassen. Der Gemeinde fehlten dazu bislang die finanziellen Mittel.

Blockhütten sollen es nicht werden. Doch die Chancen für „Blochhütten“, ein privates Vorhaben, stehen derzeit gut im Neuhüttener Ortsteil Muhl. Geplant sind sie hinter der Servicestation des Nationalparks Hunsrück-Hochwald im Bürgerhaus. Dort wurden inzwischen wesentliche Voraussetzungen geschaffen. Das für um die 300 000 Euro umgebaute Gebäude verfügt nun beispielsweise über Duschen, neue Toiletten und einen separaten rückwärtigen Eingang.

Denn ein kleines Nationalpark-Hüttendorf mit Übernachtungsmöglichkeiten für Wanderer und Urlauber ist für das Gelände schon länger im Gespräch. Erste Konzepte scheiterten aber an den dafür erforderlichen Investitionen, die sich die Gemeinde schlichtweg nicht leisten kann.

Mit einer jungen Familie, die noch nicht allzu lange in Muhl lebt, könnte sich das nun ändern. Insbesondere dank Alexandra Bloch. Als Rangerin des 2015 gestarteten Nationalparks zog sie 2014 ins Dorf, wo inzwischen auch ihr Lebenspartner lebt, Forstwirtschaftsmeister Wilhelm Huwer. Dass sie für Nationalparkfreunde vor Ort nun Hoffnungsträger sind, geht auf eine eher unspektakuläre Idee Blochs zurück. Denn sie wollte ursprünglich lediglich auf ihrem privaten Grundstück „zwei Hüttchen“ bauen, berichtet Ortsbürgermeister Peter Koltes. Doch als sie sich mit diesem Wunsch an die Gemeinde wandte, wurde das als Chance erkannt.

Bloch erinnert sich noch gut an die für sie überraschende Frage, „ob wir uns nicht vorstellen könnten, die Hütten an der Servicestation zu bauen“. Daraufhin hätten sie viel überlegt, sich aber letztlich dafür entschieden. Konkret geplant sind nun sechs Übernachtungshütten, zwei davon barrierefrei, für insgesamt 16 bis 18 Personen mit Namen wie Wildkatzenhöhle oder Forscherlounge. Vom Stil her stellt Bloch sie sich als „kleine Hexenhäuschen“ vor, die auch an die Köhler-Geschichte des Ortes erinnern sollen. Drumherum geplant sind: eine Außensauna in Rundstammholzbauweise, eine Aussichtsplattform zur Beobachtung von Hirschen, Zeltmöglichkeiten, und Hütten und Ladestationen für Fahrräder. Außerdem sollen zwei Kühlautomaten aufgestellt werden: mit Spezialitäten aus der Nationalparkregion, wie etwa Wild- und Grillfleisch, und ebenso mit Getränken und Snacks. Damit hätte Muhl so ganz nebenbei auch einen Dorfladenersatz, hofft Bloch.

Was sie in der Entscheidung für das Projekt bestärkte, war nicht nur die Möglichkeit, über das Leader-Programm der Europäischen Union Fördermittel beantragen zu können. Schließlich wäre das auch für das ursprüngliche Vorhaben auf dem eigenen Grundstück möglich gewesen. Mit dem neuen Gesamt-Paket eröffnen sich vielmehr gänzlich neue Perspektiven – für die Investoren wie für die Gemeinde. Ihr bietet sich so vor allem die Chance, dass sich ein lang gehegter Wunsch nun doch noch erfüllen könnte.

Von Vorteil für die privaten Investoren ist unter anderem die an der Servicestation vorhandene Infrastruktur. Die sanitären Anlagen könnten ja von Übernachtenden genutzt werden, erklärt Bloch. Es gebe eine Küche im Gebäude, von dem aus Ranger-Touren rings um das Dorf mit der einzigen Kirche im Nationalpark starteten, und die Hütten wären an der Servicestation „sichtbarer“ als auf ihrem Privatgrundstück mitten im Dorf. Abgesehen von all dem motiviert das Paar die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und die Überzeugung aller, „gemeinsam etwas Gutes aufbauen zu können“. Muhl sei „ein hervorragender Standort“ für ein Projekt für Menschen, die es in die Natur ziehe. Der Antrag auf eine Leader-Förderung für die „Blochhütten“ inmitten von Blühstreifen, Vogelhäuschen und Insektenhotels ist bereits gestellt. Sollte er positiv beschieden werden, könnten 40 bis 60 Prozent der Investitionssumme bezuschusst werden und die Anlage vielleicht schon im kommenden Sommer stehen, hofft Bloch. Laut Koltes steht zwar noch eine baurechtliche Prüfung aus und auch eine des Nationalparkamtes. Dennoch ist auch er optimistisch, dass es mit dem Projekt klappen könnte.