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Leserbrief zu Glasfaserausbain Ayl

Ihre Meinung : Ein Sommermärchen geht zu Ende

Schnelles Internet

Zur Berichterstattung über den Streit in puncto Glasfaserausbau in Ayl:

„Wir befinden uns im Jahre 2020 nach Christus. In der ganzen Region Saarburg wird der Glasfaserausbau durch Innogy/Eon Highspeed vorangetrieben … Ganz Saarburg und Umgebung? Nein! Ein von unbeugsamen Aylern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.“

Zur Kinderzeit fand man eine solche Einleitung der Asterix-Comics lustig, für die Bewohner der Gemeinde Ayl könnte die geschilderte Situation jedoch die Nachhaltigkeit des Breitbandausbaus gefährden. Der Mitte Oktober seitens des Ortsbürgermeisters bekanntgegebene Ausbau mit der Deutsche Glasfaser – die Gemeinde hat es zuvor den konkurrierenden Anbietern scheinbar ohne eigene Meinung überlassen, „die Beute“ unter sich zu verteilen – erscheint mir recht kurzfristig gedacht. Wawern und Ayl befinden sich als einzige Gemeinden in Sichtweite zu dem von Eon errichteten Internet-Knotenpunkt. Von diesem Knotenpunkt aus werden zahlreiche Gemeinden in der Umgebung unter Einsatz von Fördermitteln des Bundes mit schnellem Internet versorgt. Die rezente Umfirmierung auf Eon zeigt, was von RWE noch übrig ist und in welchen Größenordnungen Infrastrukturanbieter aufgestellt sein müssen, um im Wettbewerb zu bestehen und zuverlässige Leistungen und einen kontinuierlichen Netzausbau leisten zu können. Obwohl die von Eon gesetzte Kundenquote von 40 Prozent der Ayler Haushalte erreicht wurde, kommt die Deutsche Glasfaser zum Zug, die meines Erachtens über keinen direkteren Ausbauweg verfügt (beim ursprünglichen DSL-Ausbau war eine Durchquerung der Saar erforderlich). Unklar bleibt, wer oder was trotz eines erst im Juli 2020 abgeschlossenen Kooperationsabkommens mit Eon zu diesem Richtungswechsel geführt hat und wie eine adäquate Aufsicht über solche Entscheidungen zum Beispiel von Verbandsgemeinde oder Kreisverwaltung sichergestellt wird. Weshalb eine Abstimmung zwischen zwei betriebswirtschaftlich orientierten Unternehmen zum Wohl der Nutzer getroffen werden sollte, erscheint fragwürdig. Als steuerzahlender Bürger kann man nur ratlos den Kopf schütteln. Ein Trauerspiel, wie abrupt das von Eon angestoßene „Sommermärchen“ für Ayl zu Ende geht, aber 2006 kam Deutschland auch nicht ins Finale.