Boogielicious begeistern mit Gästen in Saarburg

Saarburg : Boogie und Blues vom Feinsten

Reißen mit: Boogielicious mit Unterstützung in der Kulturgießerei Saarburg.  

In der Kulturgießerei in Saarburg sind Boogielicious keine Unbekannten. Schon seit zehn Jahren sind sie immer wieder zu Gast und haben sich inzwischen ein Stammpublikum erspielt. In diesem Jahr haben sie sich Gäste eingeladen, Kat Baloun an Gesang und Mundharmonika und Ralph Brauner an der Gitarre. Mit klassischen Boogie-Woogie-Rhythmen brachten Eeco Rijken Rapp und David Herzen ihr Publikum erst einmal auf Betriebstemperatur. Und die war schnell erreicht, denn ihr mitreißendes Zusammenspiel ließ die Besucher schnell mit Oberkörper und Füßen wippen, manche klatschten im Takt mit. Dann kam der erste musikalische Gast auf die Bühne, der in der Region ebenfalls kein Unbekannter ist: Ralph Brauner aus Trier spielte mit und brachte mit seiner Gitarre weitere Klangfarben in die Stücke. Eine weitere musikalische Bereicherung des Abends war Kat Baloun, die aus El Paso, Texas, stammt und eine kraftvolle Mundharmonika spielt. Daneben singt sie in einem breiten Klangspektrum, mal tief und rauchig, dann wieder hält sie sich zurück.

Das Zusammenspiel des Quartetts passt. Der Rhythmus ist prägnant. Harmonisch mit rollenden Bässen und Off-Beats im Klavier von Eeco Rijken Rapp, einem mitreißenden und treibenden Schlagzeuger David Herzel, dazu die Virtuosität von Ralph Brauner mit seiner Finger-Picking- und Slideguitar und die markante Stimme von Kat Baloun.

Sie bringen eine große Leichtigkeit auf die Bühne, ihre Musik ist dabei sehr abwechslungsreich, und ihre Spielfreude geht aufs Publikum über.

Der Abend erinnert an ein Essen mit guten Freunden, bei denen sich zum Hauptgang immer wieder neue musikalische Zutaten gesellen, die das Essen zu einem Sterne-Menü werden lassen, mit klassischen Inhalten, regionalen Einflüssen und besonderen Noten, die es zu etwas Einzigartigem machen. Wenn David Herzel auf dem Rand seines Schlagzeugs trommelt, Kat Baloun Töne aus ihrer Mundharmonika entlockt, die wie das Gackern von Hühnern klingt, hat schlechte Laune keine Chance. Dabei bleibt die musikalische Qualität auf hohem Niveau.

Sehr aufmerksam war das Publikum auch bei den ruhigeren Nummern, wenn Ralph Brauner und Kat Baloun beispielsweise zweistimmig gesungen haben, und Brauner mit dezenten langen Tönen an den richtigen Stellen der Musik von Kat Baloun noch mehr Tiefe gegeben hat. Gospeleinflüsse gab es am Abend ebenso. Kat Baloun hat in einem Kirchenchor als Kind gesungen. Erst noch langsam steigert sich im Laufe des Stücks die Spannung. Die vollen Töne werden schneller, die Mundharmonika steigt mit ein, und das Schlagzeug treibt mit. Mit schnellen, leichteren Rhythmen geht es weiter, und Ralph Brauner bringt mit seinem eigenen Gitarrenstil viel musikalische Spannung ein. In verschiedenen Soloparts können die Musiker ihr Können immer wieder zeigen, wie beispielsweise Eeco Rijken Rapp, der zu den besten Boogie-Pianisten der Niederlande zählt und dessen Spiel mit dem von Fats Waller oder Art Tatum verglichen wird. Zur vertrauten, familiären Atmosphäre trägt auch die Glockengießerei bei, denn die Musiker sind zum Greifen nah.

Mehr von Volksfreund