Bernkastel-Kues: größtes Bauprojekt der Stadt, Ausbau der Cusanusstraße

Straßenbau : Ausnahmezustand: Die Cusanusstraße in Bernkastel-Kues wird bis 2023 saniert

In Bernkastel-Kues startet im Herbst eines der größten Bauprojekte der Stadtgeschichte. Die viel befahrene Cusanusstraße wird umfassend saniert. Die Arbeiten sollen bis zum Sommer 2023 dauern.

So langsam wird es ernst mit einem der ganz großen Bauprojekte in der Geschichte der Stadt Bernkastel-Kues: der Sanierung und dem Ausbau der Cusanusstraße im Stadtteil Kues. Groß ist dieses Vorhaben vor allem, weil es mehrere Jahre lang, vermutlich bis zum Sommer 2023, jeden Tag zigtausende Verkehrsteilnehmer betreffen wird. Erst einmal wird voraussichtlich im Oktober klein angefangen: mit der Sanierung (Kanal/Straße) der etwa 80 Meter langen Triniusstraße, die vom Moselparkplatz unterhalb der Brücke zur Saarallee führt, die dann nach wenigen Metern auf die Cusanusstraße trifft.

Warum ist die Straße ein Teil der insgesamt acht Bauabschnitte? Stefan Morbach (IBS-Ingenieure GbR), der Leiter der Niederlassung in Bernkastel-Kues, erläutert es. „Weil im Bereich der Straße viele Kanäle aus dem Stadtteil Kues zusammenlaufen.“ Deshalb werde dort erst einmal ein großes Loch ausgehoben. Im Untergrund werden dann Pumpen installiert und Leitungen verlegt, um das Abwasser während der Arbeiten ableiten zu können. Dafür wird die Saarallee für ein bis zwei Wochen für den Verkehr gesperrt. Wenn sich in der Triniusstraße die Arbeiten über und unter der Erde zum Ende bewegen, wird die Saarallee noch einmal für vier bis sechs Wochen gesperrt, um den provisorischen Kanal fertigzustellen. Das wird voraussichtlich im Zeitraum Februar/März 2020 sein. Die Sperrung biete auch die Chance schon einmal die Umleitungsstrecken zu testen, sagt Morbach. Denn die wird es natürlich geben müssen. Die etwa einen Kilometer lange Cusanusstraße ist die Verkehrsader der Stadt. Sie führt unter anderem zum Schul- und Sportzentrum. Große Märkte (Edeka, Aldi, Rossmann, Lidl), Geldinstitute (Sparkasse, Deutsche Bank), Behörden (Finanzamt), mehrere Ärzte, eine Apotheke sowie kleinere Betriebe und Geschäfte, haben dort ihren Sitz. Auch zwei Senioreneinrichtungen werden über die Cusanusstraße angefahren. Circa 12 000 Fahrzeuge sind hier pro Tag unterwegs.

Was die Menschen vor allem interessiert: die Bauabschnitte. Der Plan sieht folgendermaßen aus: Nach der Triniusstraße kommt das Stück der Saarallee bis zum Brückenkreisel dran. Danach ist der Kreisel selbst dran: Es folgen die Teilstücke Brücke - Stiftsweg, Stiftsweg – Aldi-Kreisel, Aldi-Keisel – Beethovenstraße/Sparkasse, Beethovenstraße – Lidl und Lidl – Peter-Kremer Weg. Bis auf das letzte Stück werden überall die Leitungen für Wasser und Abwasser sowie die Straße erneuert. Dabei wird teilweise tief unter der Erde gearbeitet.

Wann der Abschnitt zwischen Saarallee und Brückenkreisel in Angriff genommen wird und wie das weitere Zeitfenster aussieht, steht noch nicht fest. Die Ausschreibung durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM) ist nach Angaben von Stefan Morbach noch nicht erfolgt. Ins Auge gefasst sei für den Baubeginn der Zeitraum Mai/Juni 2020. Abgeschlossen sein soll das Projekt im Sommer 2023. Das heißt: Insgesamt sind fast vier Jahre veranschlagt. Die Gesamtkosten dürften bei mehr als sechs Millionen Euro liegen. Stefan Morbach betont: „So sind die Pläne. Doch alles ist noch in Bewegung.“

Bewegung ist auch in der Stadt angesagt. „Es wird ein Team zusammengestellt, das sich wöchentlich trifft und alles bespricht“, kündigt Stadtbürgermeister Wolfgang Port an. Die Öffentlichkeit werde regelmäßig informiert, verspricht er. Während der Bauzeit soll ein Teil des Forumsplatzes zur Parkfläche werden.

Es habe bereits viele Gespräche mit besonders betroffenen Anliegern gegeben. Zum Beispiel mit dem Besitzer des neuen Hotels Moselauen in der Triniusstraße. Der wird seine Tiefgarage für einige Monate nur eingeschränkt oder gar nicht nutzen können. Es seien aber bisher überall Lösungen gefunden worden.

Es wird auch eine Zusammenarbeit zwischen den Nachbarn Sparkasse und Aldi geben. Es werden Zufahrtsmöglichkeiten zwischen beiden Betrieben geschaffen. Ist der eine schwer zu erreichen, kann er vom anderen aus erreicht werden.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei sehr gut, sagt Edmund Schermann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mittelmosel ­ Eifel Mosel Hunsrück. Die Sparkasse sei auf die Stadt zugegangen und habe angeboten vier alte Garagen abzureißen und dadurch eine Verbindung zwischen Aldi- und Sparkassengelände zu schaffen. Schermann vertraut auf die Ortskunde der Einheimischen. „Das wird sich alles innerhalb weniger Tage regeln“, sagt er.

Noch einmal zurück zu den geplanten Umleitungen: Der Schwerlastverkehr und die Urlauber und Tagesgäste aus Richtung Wittlich und Zeltingen-Rachtig sollen über die rechte Moselseite geleitet werden. Also von der Zeltinger Brücke unter der Wehlener Brücke hindurch zum Brückenkopf in Richtung Bernkastel. Es werde, so Morbach darüber nachgedacht dort für die Zeit der Arbeiten eine Ampel zu installieren. Da bis dahin der Hochmoselübergang fertig sein soll, wird mit einer Verringerung des Schwerlastverkehrs gerechnet.

Auf der anderen Moselseite werden die Brüningstraße vom Beginn in der Nähe des Schul- und Sportzentrums und die sich anschließende Goethestraße bis zur Schillerstraße zur Einbahnstraße. Verkehrsteilnehmer aus Richtung Lieser könnten wie bisher die Schillerstraße nutzen, müssen aber vor der Goethestraße in eine der Nebenstraßen abbiegen.

Wichtig für die Anlieger der Umleitungsstrecke: Die auf der Straße eingezeichneten Parkflächen können nach Auskunft von Morbach weiter genutzt werden. Für den Busverkehr, in erster Linie für die Schülerbeförderung aus dem Hunsrück und die moselaufwärts gelegenen Orte, werde noch eine Umleitung gesucht.

Dass eine Gesamtbauzeit von vier Jahren Probleme vieler Art mit sich bringt, weiß Stefan Morbach. „Es wird Ärger, Dreck und Staub geben“, sagt er. „Aber wir werden versuchen es zu minimieren.“

Foto: Clemens Beckmann. Foto: TV/Clemens Beckmann

Der TV wird umfassend über das Projekt berichten. Vor dem Start jedes neuen Bauabschnitts wird unter anderem über Zufahrtsmöglichkeiten und Umleitungen informiert.

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