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Inflation in Rheinland-Pfalz: Das Leben ist so teuer wie lange nicht

Verbraucher : Preis-Explosion: Das Leben ist so teuer wie lange nicht

Verbraucher müssen vor allem für Öl, Gas, Strom und Sprit deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Trierer Stadtwerke begründen die Preiserhöhung mit gestiegenen Kosten.

Das Leben in Deutschland ist so teuer wie lange nicht mehr. Die Preise sind im vergangenen Jahr um 3,1 Prozent gestiegen. In Rheinland-Pfalz betrug die Teuerungsrate im Dezember im Vergleich zum Vorjahr 5,3 Prozent – der höchste Wert seit 1995. Hauptpreistreiber waren laut Statistischen Landesamt die hohen Energiepreise. Verbraucher mussten für Heizöl, Gas, Strom oder Sprit im Jahresdurchschnitt fast elf Prozent mehr bezahlen als noch 2020. Allein im Dezember vergangenen Jahres stiegen die Preise für Heizöl um 38,7 und die für Kraftstoffe um 31,9 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum.

Kosteten 1000 Liter Heizöl in der Region vor einem Jahr rund 600 Euro, sind es aktuell fast 900 Euro. Ähnlich auch die Entwicklung bei den Spritpreisen. Zu Beginn des vergangenen Jahres kostete der Liter Super E10 in Trier im Schnitt 1,50 Euro. Derzeit müssen zum Teil über 1,70 Euro dafür bezahlt werden.

Regelrecht „explodiert“ seien die Gaspreise, sagt Fabian Fehrenbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Aber auch für Strom müssten die meisten Verbraucher viel tiefer in die Tasche greifen.

Vor allem die Grundversorgungstarife seien zum Teil deutlich gestiegen, vor allem für Neukunden. Nach Angaben von Verbraucherportalen liegt die durchschnittliche Erhöhung über 60 Prozent. Bei einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden bedeutet das rund 1000 Euro mehr im Jahr, die ein Durchschnittshaushalt zahlen muss. Laut dem Vergleichsportal Check 24 haben seit August über 600 Stromgrundversorger ihre Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt.

Auch die meisten Kunden der Stadtwerke Trier müssen mehr für Strom und Gas zahlen. Laut eines Sprechers bleibt der Preis für die Grundversorgung gleich, die Sondertarife würden zwischen fünf und zehn Prozent steigen. 25 Prozent der rund 80.000 Stromkunden des regionalen Energieanbieters sind in der Grundversorgung. Gas werde für die 21.000 Stadtwerke-Kunden im Schnitt um 15 bis 20 Prozent teurer, sagt der Sprecher. Als Grund für die zum Teil deutlichen Preiserhöhungen nennt er, dass die Großhandels­preise für Energie in den vergangenen Monaten drastisch angestiegen seien.

Verbraucherexperte Fehrbach rät dazu, regelmäßig die Preise von anderen Anbietern zu vergleichen. Allerdings sei ein Preisvergleich auf den einschlägigen Internetportalen schwierig.

Man müsse nämlich berücksichtigen, dass diese von Anbietern Provisionen für jeden über das Portal abgeschlossenen Vertrag bekämen. Daher sind die dort vermeintlich günstigsten Strom- oder Gasversorger nicht immer die wirklich preiswertesten. Daher solle man sich, falls man den Anbieter wechseln wolle, auch bei diesen direkt über die angebotenen Tarife informieren und auch verschiedene Vergleichsportale zu Rate ziehen, empfiehlt Fehrenbach.

Die höheren Energiekosten machen sich auch bei den Lebensmittelpreisen bemerkbar. Weil unter anderem Landwirte ebenfalls mehr für Strom, Gas und Öl zahlen müssen, sind viele Lebensmittel im vergangenen Jahr ebenfalls teurer geworden, die Lebensmittelpreise in Rheinland-Pfalz stiegen im Dezember um 5,6 Prozent. Kartoffeln wurden um 27,5 und Butter um 12,4 Prozent teurer.