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Ungewöhnliche Todesanzeigen in Region Trier: Tschüss auf Spanisch

Menschen : Ungewöhnliche Traueranzeige: Tschüss auf Spanisch

Wer für immer geht, um den wird getrauert. Doch manch einer will auch, dass gelacht wird. Oder findet ehrliche Worte.

Die Sonne geht am Horizont unter, das Meer wirkt friedlich. Im Licht des Himmelsstern leuchten Himmel und Wasser im orangenen Ton. Ein idyllisches, verträumtes, an Strand, Wärme und Lebensgenuss erinnerndes Bild.

Aber mit diesem ansonsten aus Urlaubsgrüßen bekannten Motiv verabschiedet sich Calut Charles von seinen Freunden in Trier - für immer. Denn er ist nicht mehr, verstorben vor einigen Tagen, wie die kürzlich veröffentlichte Todesanzeige offenbart. Das dies eindeutig ist, belegt er mit einem Abschiedsgruß auf Spanisch: „Adios“ - Tschüss. Passend, dass das Wort wörtlich übersetzt „zu Gott (gegeben)“ bedeutet und in der Regel nicht als ein „Bis morgen“ oder „Bis bald“ zu verstehen ist. Er habe den Löffel abgegeben, teilt der Verblichene mit. Und sieht das Ganze aus dem Jenseits nicht so tragisch: „Wenn ihr an mich denkt, lacht euch einen Ast.“

Tatsächlich ist eine solche Todesanzeige alles andere als ungewöhnlich, wie ein kurzer Streifzug durch das Netz zeigt. „Let`s rock. Wir sehen uns“, steht da zum Beispiel in einem Nachruf auf einen Verstorbenen. Oder „Ich hatte ein tolles Leben“, steht unter dem Foto einer Frau - mit Sektglas in der Hand.

Ein anderer Todesfall aus der Region Trier schaffte es sogar bundesweit in die Schlagzeilen: Hubert Martini verfasste seinen eigenen Nachruf, der wunschgemäß von den Angehörigen veröffentlicht wurde - und mit „Deutschlands ehrlichster Todesanzeige“, erschienen im Trierischen Volksfreund, für Aufsehen sorgte.

Offen, ehrlich und nachtragend, so betitelte der Trierer sich selbst. In seinem Nachruf - „Ich melde mich hiermit ab“ - äußerte er sein Bedauern darüber, die „letzte“ Krankheit nicht besiegen zu können. Er bedankte sich bei Freunden und teilte aus gegen jene, die er nicht auf seiner bis ins Detail vorgegebenen Trauerfeier haben wollte. „Ihr seid alle ausgeladen“, stand da zu lesen. 

Fast 250.000 Mal wurde die Annonce online geklickt, die deutlichen Worte verbreiteten sich wie ein Lauffeuer in den sozialen Medien. Jahre später erinnerte sich Martinis Sohn an den ungewöhnlichen Wunsch seines Vaters: Mit so einer Resonanz habe dieser nicht gerechnet noch bezweckt.