Konzert : Wenn Mähnen zu mitreißender Musik wehen

Die Band My’tallica bringt mit ihrem ersten Open-Air-Konzert nach der Corona-Pause ausgelassene Stimmung auf den Vorplatz der Trierer Arena. 

Ein Metal-Konzert mit Sitzplätzen. Geht das? Ja – das zeigte die Tribute-Band My’tallica bei ihrem Auftritt am Freitagabend.

Schwarze Kleidung, Metallica-Shirts und eine ganze Menge langes Haar: Vor der Open-Air-Bühne der Trierer Arena versammeln sich treue Metallica- und Metal­fans, um nach langer Zeit wieder Livemusik zu genießen. „Seit eineinhalb Jahren waren wir nicht mehr auf einem Konzert“, sagt eine Zuschauerin. Für viele bedeutet dieser Abend ein Stückchen Normalität. Zwar muss die Veranstaltung corona­konform mit Sitzplätzen stattfinden. Doch was am Anfang teils für Verhaltenheit bei den Zuschauern sorgt, ist schnell überwunden. My’tallica schafft es, das Publikum zu begeistern und von den Sitzen zu holen. Mit Lichtshow, Videowänden und mitreißender Musik beginnt das Konzert. Die vier Musiker zeigen sich nach der langen pandemie­bedingten Auftrittspause keineswegs eingerostet: Von der ersten Minute an fesseln sie die Aufmerksamkeit nicht nur durch Bühnenpräsenz, sondern auch mit musikalischem Können. Alles im Stil des Vorbilds aus den USA, versteht sich. My’tallica beginnen ihr Konzert mit weniger bekannten Songs von den neueren Metallica-Alben. Doch natürlich dürfen am späteren Abend auch Klassiker wie „Nothing Else Matters“ und „Master of Puppets“ nicht fehlen. Passend zu den Songs werden auf Video­wänden die entsprechenden Albumcover in Szene gesetzt. Schon nach wenigen Songs tanzen viele Zuschauer, spielen Luftgitarre und schwingen die Mähnen – vereinzelt auch mit schwarzer Lang­haar­perücke. Für Stephan Zender, den Schlagzeuger, war der Abend ein voller Erfolg: „Wir hatten während Corona einige Shows online oder im Autokino, aber heute das erste Mal wieder live vor Leuten spielen zu können, war toll“, berichtet er. 

Veranstaltung
Foto: TV/Katharina Rings

Das Vorprogramm von Musik­journalist Christof Leim lud zum Schwelgen ein in den goldenen Zeiten von Rock und Metal. Wilde Geschichten über Jon Bon Jovi, Alice Cooper und Lars Ulrich sorgten für Heiterkeit – und für die Offenbarung, dass auch Rockstars manchmal in spießigen Souterrains wohnen und Fruchtgummi mögen.