1. Region
  2. Vulkaneifel

Kolumne Pitter: Mit Aluhut wird alles gut

Kolumne Pitter : Mit Aluhut wird alles gut

Deutschland macht sich locker, Walburga auch. Ich verrate jetzt was, was unserer ohnehin fragilen Beziehung nicht zum Vorteil gereichen wird, hat sie mir doch unter Androhung drastischer Strafen eine Weitergabe verboten.

Aber egal, die Öffentlichkeit hat ein Recht auf diese Information: Walburga hat gehamstert – in haushaltsüblichen Mengen, aber immerhin. Aber längst ist sie nicht mehr darauf angewiesen, Mehl und Hefe zu horten. Sie kann wieder raus, mal wieder lecker essen gehen. Aber was macht man mit dem ganzen gehorteten Zeug? Okay, das Klopapier eignet sich auch als Dämmstoff für einen längst überfälligen Dachgeschossausbau. Die Nudeln, die sind ja haltbar und ein guter Grundstock, wenn die zweite Welle kommt. Wegwerfen käme Walburga jedenfalls niemals in den Sinn – könnte ja vielleicht noch ein Zahlungsmittel werden wie Zigaretten nach dem Krieg.

Und das Mehl? Seit Tagen gibt es Pizza, Pizza, Pizza – ich trau mich schon gar nicht auf die Waage. Sind aber auch so was von lecker!

Doch damit die gastronomischen Meisterwerke im Ofen nicht festpappen, braucht sie Alufolie. Kein Problem, oder? Doch! Das Regal mit Alufolie… leergefegt! Ja, ist denn schon zweite Welle, und wir haben nix mitgekriegt? Wofür war Alufolie noch mal gut? Essbar? Wohl nur im äußersten Notfall. Nutzung nach dem Toilettengang? Was noch auszuprobieren wäre...

Foto: TV/Werhan, Michael

Aber dann sitzen wir vorm Fernseher und sehen, wo das Zeug hingeht. Wir sehen Leute, die sagen, sie seien das Volk. Das Volk – gerne auch ohne Maske, schließlich hat die uns Herr Gates ohne Not aufs Auge, nein, Gesicht gedrückt. Walburga schaut ganz genau hin. Es springt ihr ins Auge: „Kein Nuscheltüüt, kein Schnüssjardinche, aber reichlich Alufolie als formschöne Hüte auf dem Kopf.“ Ich hab vollstes Verständnis: Diese klugen Köpfe müssen besonders gut geschützt werden...