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Der Lange aus Berlin: TBB-Spieler Andreas Seiferth beim Allstarday in Bonn dabei

Der Lange aus Berlin: TBB-Spieler Andreas Seiferth beim Allstarday in Bonn dabei

Andreas Seiferth vertritt die TBB Trier am Samstagabend beim BBL-Allstarday in Bonn. Seit seinem Wechsel aus Berlin an die Mosel hat sich der 24-Jährige zu einem der wichtigsten TBB-Akteure entwickelt.

Trier. Die Sache mit den Anrufen muss irgendwann im Jahr 2011 gewesen sein. In seinem ersten Jahr in Trier. So genau erinnert sich Andreas Seiferth daran heute nicht mehr. Er sagt nur so viel: "Das kannte ich so nicht aus Berlin." Damals, vor drei Jahren, sind Seiferth und ein paar Teamkollegen nach einem verlorenen Spiel abends noch ein wenig in der Trierer City unterwegs: Etwas zusammen trinken, ein bisschen auf andere Gedanken kommen, nichts Besonderes halt. In Berlin war sowas ja auch schon mal möglich.Überraschung am Morgen


Dass Trier nicht Berlin ist, merkt der Nationalspieler spätestens am nächsten Tag. "Da haben Leute in der Geschäftsstelle angerufen und gefragt, warum wir Spieler nach einer Niederlage draußen sein dürfen", erinnert er sich und lacht. In einer Millionenstadt wie Berlin wären ein paar Basketballspieler in einer Bar vielleicht niemandem aufgefallen, doch in Trier ist das anders.
"Als ich zur TBB kam, musste ich mich erstmal an die Ruhe hier gewöhnen", sagt der 24-Jährige. Mittlerweile allerdings fühlt er sich richtig wohl an der Mosel. "Ich habe die Ruhe längst zu schätzen gelernt. Ich kann mich so optimal auf Basketball konzentrieren und nach den Spielen gut abschalten." Dieses Wochenende wird allerdings alles andere als ruhig für den Berliner. Der Grund: Seiferth vertritt die TBB Trier heute Abend beim Allstargame der Basketball Bundesliga in Bonn (ab 16.50 Uhr/ www.beko-bbl.de ). Zum zweiten Mal nach 2012 ist der 2,09-Meter-Mann in das nationale Allstarteam berufen worden. "Dass ich dort dabei sein kann, ist eine große Ehre für mich", freut sich Seiferth.27 Punkte gegen Bonn


Seine Nominierung ist die logische Konsequenz seiner starken Leistungen der letzten Monate: Bei 14 Saisonspielen war er in der laufenden Spielzeit dabei. Im Schnitt erzielt er 11,9 Punkte pro Spiel - darunter 27 Punkte gegen Bonn und 19 Punkte gegen die übermächtigen Bayern. Er gehört zu den besten deutschen Centern.
Dabei begann die Saison alles andere als optimal für ihn. Ein Bluterguss unter der Kniescheibe setzte ihn lange außer Gefecht. "Mein erstes Spiel, bei dem ich voll dabei war, war gegen Quakenbrück im November." Seine Leistungskurve zeigt seit diesem Spiel steil nach oben. "Seitdem Andi wieder da ist, spielt die Mannschaft anders und besser", erklärt TBB-Coach Henrik Rödl. In der Jugend von Alba Berlin trainierte Seiferth bereits unter Rödl - als TBB-Coach lotste er den Nachwuchs-Center dann an die Mosel und schenkte ihm sofort Vertrauen.
Seiferth sei seit seinem Wechsel zur TBB in vielen Bereichen deutlich konstanter und solider geworden, betont Rödl. "Er ist ein Paradebeispiel für jemanden, der gut an sich arbeitet."Treffen mit altem Bekannten


Ohne Henrik Rödl, so sagt Andi Seiferth, "wäre ich nicht von Berlin nach Trier gewechselt". Die Sommermonate verbringt der TBB-Riese meist an der Spree. Er ist in Hohenschönhausen aufgewachsen. Später hat er in Prenzlauer Berg gewohnt.
Heute, beim Allstargame, trifft Seiferth einen alten Kumpel wieder: Maik Zirbes, mit dem er in der Saison 2011/12 gemeinsam für die TBB spielte. Seit zwei Jahren spielt Zirbes für Bamberg. Der Kontakt ist jedoch nicht abgerissen. "Wir schreiben regelmäßig SMS, und bei der EM 2013 waren wir Zimmernachbarn", berichtet Seiferth. Zirbes spielt mit Bamberg um die deutsche Meisterschaft und gleichzeitig international. Ein Ziel, das auch Seiferth verfolgt: "Mittelfristig plane ich schon, bei einem Verein zu spielen, der international aktiv ist." Aber im Moment, so versichert er, "konzentriere ich mich nur auf Trier, schließlich habe ich meinen Vertrag im letzten Jahr bis 2015 verlängert".
Von der Niederlage am vergangenen Wochenende in Bremerhaven einmal abgesehen, zeigt die Leistungskurve der TBB zuletzt deutlich nach oben. "Die Mannschaft hat sich gefunden", sagt Seiferth. Jeder wisse, was er zu tun habe. "Dennoch sind wir noch nicht so konstant." Es gehe jetzt erst einmal darum, genügend Siege gegen den Abstieg einzufahren, betont er und ergänzt: "Es wird aber auch mal Zeit, dass wir es als Team schaffen, um die Playoffs mitzuspielen. Das war auch ein Grund dafür, dass ich im Sommer hier verlängert habe."
Heute Abend beim Allstargame geht es allerdings weder gegen den Abstieg, noch um die Playoffs: der Spaß steht im Vordergrund. Nach dem Spiel geht es übrigens für alle zum Feiern in einen Bonner Club. Um Anrufe in der TBB-Geschäftsstelle muss sich Seiferth diesmal allerdings bestimmt keine Sorgen machen.Extra

Andreas Seiferth ist nicht der einzige TBB-Akteur beim Allstarday in Bonn. Auch beim Drei-Punkte-Wettbewerb ist ein Trierer vertreten: Jermaine Bucknor tritt dabei ab 18.15 Uhr gegen Calvin Harris (Ludwigsburg), Lucca Staiger (München), Jacob Burtschi (Frankfurt) und Edgar Sosa (Ulm) an. Die fünf messen sich mit einem Amateur und kämpfen um ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro. Auf lautstarke Unterstützung kann sich der Kanadier verlassen: "Ich werde ihn ordentlich nach vorne brüllen", kündigt Andi Seiferth an. mfrExtra

Seit 1987 gibt es den Allstarday in der Basketball-Bundesliga (BBL). In diesem Jahr findet die Veranstaltung im Telekom Dome in Bonn statt. Zum Programm gehören ein Drei-Punkte-Wettbewerb, ein Dunking-Contest sowie der Höhepunkt des Tages, das Spiel der Allstars ab 20.15 Uhr. Bei dem Duell tritt das BBL-Team National gegen das BBL-Team International an. Die Starting-Fives der beiden Teams wurden im Vorfeld von den Basketball-Fans per Abstimmung festgelegt. Die restlichen Spieler haben die Trainer der Teams berufen. Team National (Starting Five): Per Günther, Daniel Theis (beide Ulm), Maximilian Kleber (Würzburg), Maik Zirbes, Anton Gavel (beide Bamberg), Coach: Thorsten Leibenath (Ulm). John Bryant (München), Tony Gaffney, Benas Veikalas, Jared Jordan (alle Bonn)Julius Jenkins (Oldenburg), Coach: Tyron McCoy (Artland Dragons). Das Allstargame startet um 20.15 Uhr und ist live im Fernsehen auf Sport 1 zu sehen. Der gesamte Allstarday ist am Samstag ab 16.50 Uhr live im Internet ( www.beko-bbl.de ) zu sehen. Dort ist auch der Dunking-Contest (18.45 Uhr) zu sehen, unter anderem mit dem früheren TBB-Spieler Brian Harper (Bremerhaven). mfr