Die Uhr tickt für die Lizenz

Die Uhr tickt für die Lizenz

Sportlich fällt am Samstag die Entscheidung über die Zukunft der Miezen - aber mindestens genauso wichtig ist der 31. März. Bis dahin müssen die Lizenzunterlagen eingereicht werden. Wie kann es weiter gehen? Der TV stellt die möglichen Varianten vor.

Schaffen die Miezen den Klassenerhalt oder nicht? Diese Frage beantworten die Spielerinnen im letzten Saisonspiel. Gegen den FHC Frankfurt/Oder (Samstag, 16.30 Uhr, Arena) benötigt die MJC mindestens einen Punkt, um sportlich nicht abzusteigen. Aber reicht das aus?

Denn mindestens genauso schwer wie der Kampf auf dem Feld ist der Kampf um die Bundesliga-Lizenz. Der DJK/MJC Sportmanagement e.V. hält diese Lizenz - um keinen wirtschaftlichen Schaden für den MJC-Gesamtverein sowie seinen Träger, das Jugendzentrum Mergener Hof, zu verursachen.

Die Lizenzvergabe ist an mehrere Bedingungen geknüft: Erstens muss eine Bürgschaft hinterlegt werden - für die 1. Liga 45 000 Euro, für die 2. Liga 25 000 Euro. Diese Bürgschaft wird dann ausgezahlt, wenn ein Verein während der Saison den Spielbetrieb einstellt. Das Geld geht dann an die Vereine, denen Einnahmeverluste durch entgangene Heimspiele entstehen. Ansonsten ist das Lizenzierungsverfahren für beide Ligen identisch - und wurde für die kommende Saison verschärft: Jeder Club musste bisher schon immer nachweisen, dass er alle fälligen Beiträge zu Berufsgenossenschaft und Sozialversicherungsträgern überwiesen hat. Neu: Zudem müssen alle vertraglich fixierten Gehaltszahlungen an die Spielerinnen nachgewiesen werden - und da ist die MJC bekanntlich noch mit zwei Gehältern in Rückstand. "Wir sind an diesem Thema dran", sagt Rommel. Alle Unterlagen müssen fristgerecht bis 31. März, 23.59 Uhr, beim Ligaverband HBF eingereicht sein. Reicht ein Verein zu spät ein, gibt es keine Lizenz.

Zukunft der Reserve ungewiss



"Wir bereiten derzeit alle Unterlagen vor", sagt MJC-Vorstand Martin Rommel, "aber wir müssen erst einmal die sportliche Entscheidung abwarten." Aber selbst im Falle eines Abstiegs könnten die Miezen die Bundesligalizenz beantragen - und als Vorletzter darauf hoffen, dass ein anderer Erstligist keine Lizenz beantragt oder erhält - dann wäre Trier erster Nachrücker. Sollten die Miezen keine Lizenz beantragen oder erhalten, müssten sie zwangsabsteigen - in die 3. Liga, was auch bedeuten würde, dass die 2. Mannschaft (sofern sie die Klasse hält) ebenfalls zwangsabsteigen müsste in die RPS-Liga.

Sollte die Mannschaft erstklassig bleiben und eine Lizenz erhalten, wird es laut Rommel auf jeden Fall eine 2. Mannschaft geben - wegen der Nachwuchsförderung und weil es Interesse an weiteren Internatsplätzen bei der MJC (Sportakademie) gibt.

Auch im Falle eines Abstiegs würde dieses Internat weiter von Deutschem Handballbund und Landessportbund unterstützt. Noch völlig offen ist, mit welchen Spielerinnen die Miezen die kommende Saison bestreiten. Einzig Torfrau Anna Monz und Linksaußen Megane Vallet haben Verträge über die laufende Spielzeit hinaus. "Es hat Gespräche gegeben, aber alles hängt davon ab, wo wir spielen", sagt Rommel.

Im Falle des Abstiegs - und höchstwahrscheinlich selbst, wenn man erstklassig bleibt - ist damit zu rechnen, dass Leistungsträgerinnen wie Willemijn Karsten oder Jelena Popovic den Verein verlassen. "Sollten wir absteigen, werden wir größtenteils auf unsere Nachwuchsspielerinnen setzen. Dann kann es sein, dass wir die 2. Mannschaft abmelden. Man muss sehen, ob dieses Konstrukt dann noch Sinn macht", bestätigt Rommel.

Erstmals gibt es in der nächsten Saison eine eingleisige 2. Liga - daher muss man mit ähnlich hohen Fahrtkosten wie derzeit rechnen. Wie sich der Personaletat ändert, hängt davon ab, ob Profis verpflichtet oder gehalten werden. Aber allgemein ist die eingleisige 2. Liga nicht viel günstiger zu haben als Liga eins.