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Handball-Bundesliga Frauen: Miezen überrollen Koblenz/Weibern

Handball-Bundesliga Frauen: Miezen überrollen Koblenz/Weibern

Die Trierer Handball-Miezen steuern in der Bundesliga-Abstiegsrunde schnurstracks auf den Klassenerhalt zu: Eine Woche nach dem Sensationserfolg zum Auftakt in Bietigheim feierte die MJC mit dem in dieser Deutlichkeit nie erwarteten 30:21 (15:11)-Sieg im Rheinland-Pfalz-Derby gegen die Vulkanladies Koblenz/Weibern am Samstagabend den bislang deutlichsten Saisonsieg.

Da Schlusslicht HSG Bensheim/Auerbach zuvor zu Hause mit 29:32 gegen den nächsten MJC-Gegner HSG Blomberg-Lippe (Heimspiel in der Arena am kommenden Samstag, 19.30 Uhr) verloren hatte, beträgt der Vorsprung der Miezen auf den Abstiegsplatz nun schon sechs Punkte. Die Triererinnen haben nun sogar Witterung zum drittletzten Platz aufgenommen, liegen nur noch vier Punkte hinter dem am Samstag völlig enttäuschenden Lokalrivalen aus Koblenz.

Beste MJC-Spielerinnen waren Torfrau Jessica Kockler sowie Rechtsaußen Marta Pilmayer und Kreisläuferin Andrea Czanik, die beide eines ihrer besten Spiele im Miezen-Trikot machten.

Die Miezen hatten die verunsicherten Gäste gleich mit einer 4:0-Führtung geschockt, und zwangen Vulkanladies-Trainer Christoph Barthel schon nach fünf Minute zu seiner ersten Auszeit. Aber die MJC blieb die klar bessere Mannschaft, einziges Manko: die Chancenverwertung, was aber auch an der starken Leistung von Gäste-Torfrau Branka Zec lag.

Aber in der Abwehr waren die Miezen hellwach, hatten in Torhüterin Kockler (zehn ihrer 19 Paraden in der ersten Hälfte) einen sehr sicheren Rückhalt. Im Angriff blieben die Vulkanladies mit Ausnahme ihrer Außenspielerin Eva Frank (drei Tore) und vor allem Dora Varga (alle sechs Tore vor der Pause) harmlos.

Auf der anderen Seite ließen sich die Miezen auch von einer zwischenzeitlichen kurzen Deckung gegen die TV-Sportlerin des Jahres, Katrin Schneider, nicht aus dem Tritt bringen. Die deutlichste Führung in der ersten Hälfte war das 11:6 nach 18 Minuten, meist bewegte sich der Vorsprung bei drei bis vier Treffern. Zur Pause hätte Trier vor rund 1100 Zuschauern (erhofft hatte man 2000) höher als 15:11 führen können. Finales Pech hatte Torfrau Kockler deren Wurf ins gegnerische Tor leider erst nach der Halbzeitsirene im Netz zappelte.

Und Kockler stand auch nach dem Seitenwechsel im Fokus - ihre Paraden waren einer der Gründe dafür, dass die MJC in einem Spiel mit vielen Verletzungsunterbrechungen weiter klar die Oberhand behielt - aber es mehrfach verpasste, den Sack frühzeitig zuzumachen, obwohl die Vulkanladies nur wenig Konstruktives zusammenbrachten. Beim 19:13 (41. Minute) stand erstmals ein beruhigendes Sechs-Tore-Polster auf der Anzeigentafel. Die darauffolgende Gäste-Auszeit verpuffte, auf dem Weg zum ersten Heimsieg des Jahres - und dem zweiten Erfolg in Serie nach dem 23:22 in Bietigheim - ließ sich die MJC nicht mehr aufhalten. Und an was sich selbst ältere Miezen-Fans nicht erinnern konnten, war sieben Minuten vor dem Ende perfekt: eine zweistellige Führung beim 28:18.

Am Ende wurde es der mit Abstand deutlichste Saisonsieg (bislang das 27:23 in Bensheim) - der größte Hoffnung macht, dass der Klassenerhalt frühzeitig unter Dach und Fach gebracht werden kann. Koblenz/Weibern kann angesichts der Leistung am Samstagabend froh sein, dass man schon 14 Punkte auf dem Konto hat - denn in Trier war die Leistung alles andere als Bundesliga-tauglich.

Beste Trierer Torschützen waren Czanik (7), und Pilmayer (6).Stimmen zum Spiel:

Jana Arnosova, Co-Trainerin MJC: Es hat alles geklappt, es war genial! Jetzt fangen wir von vorne an und vergessen, was in der Normalrunde war. Wir waren hochkonzentriert und bestens vorbereitet. Ich verspreche, dass wir jetzt nicht aufhören, sondern genauso weitermachen.

Christoph Barthel, Trainer Vulkanladies: Glückwunsch an Trier zum verdienten Sieg, die Miezen waren in allen Belangen besser. Es würde den Rahmen sprengen, wenn ich anfangen würde, über meine Mannschaft zu sprechen.Statistik:

DJK/MJC Trier- Vulkanladies Koblenz/Weibern 30:21 (15:11)

DJK/MJC Trier: Kockler, Vogt (n.e.), Flöck (n.e.) - Pötters (n.e.), Irsch (n.e.), Sattler (0), Garcia-Almendaris (2), Mohr (0), Schneider (4/2), Czanik (7), Vallet (3), Adeberg (4), Pilmayer (6), Kordel (0), Derbach (1), Cabeza (3)

Vulkanladies Koblenz/Weibern: Zec, Grob - Atanasoska (1), Klingenberg (0), Varga (6/2), Zimmermann (1), Thomas (2), Thorgeirsdottir (2), Kinlend (0), Prak (1), Schenk (1), Frank (3), Vollebregt (n.e.), Jaszczuk (4)

Schiedsrichter: Schmebs/Weyell, Zuschauer: 1100

Siebenmeter: Trier: 2/2; Koblenz/Weibern: 3/2

Zeitstrafen: Trier: Czanik, Vallet, Derbach; Weibern: Thomas (4 Minuten)

Beste Spielerinnen: Czanik, Pilmayer, Kockler/Zec