Miezen wollen trotz perfektem Klassenerhalt in Bremen gewinnen

Frauen-Handball : Alles andere als eine Kaffeefahrt nach Bremen

Handball: Obwohl die Miezen den Klassenerhalt sicher haben, fordert Trainer Martin noch ein paar Siege.

Am gestrigen Freitag war der größte Erfolg des Trierer Handballs genau 15 Jahre her: Die Miezen hatten sich exakt am 4. Mai 2003 durch einen Heimsieg über Bayer Leverkusen die Deutsche Meisterschaft gesichert - es war zudem das letzte Spiel der MJC in der Wolfsberghalle. Verdammt lang her! Auch in dieser Woche hatten die Miezen bekanntlich etwas zu feiern: keinen Titel, sondern die Gewissheit, ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga spielen zu dürfen. Wie der TV berichtete, wird sich Hannover-Badenstedt aus der 2. Liga zurückziehen, daher haben sich die Trierer Miezen (nicht zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte) den Klassenerhalt am grünen Tisch gesichert.

Mit diesem Gefühl der Sicherheit will Interimstrainer Ralf Martin nun auch die Liga auf sportlichem Wege halten. Trier liegt zwei Punkte vor Badenstedt (auf dem ersten Abstiegsplatz), spielt noch bei den nun ebenfalls gesicherten Kellerkindern Werder Bremen (am heutigen Samstag, 19.30 Uhr) und Sachsen Zwickau (letzter Spieltag, 26. Mai) und verabschiedet sich zwischendurch mit dem letzten Heimspiel am kommenden Samstag (12. Mai, 19.30 Uhr) gegen den Aufstiegsaspiranten Union Halle/Neustadt von den Fans.

„Ich fahre nicht von Trier bis nach Bremen oder nach Zwickau, um denen die Punkte zu schenken, dann könnte ich ja auch daheim bleiben“, sagt Martin: „Die beiden Auswärtsspiele wollen wir gewinnen, das sind keine Kaffeefahrten.“ Unter seiner Ägide haben die Miezen 2:6 Punkte gesammelt, seit dem hauchdünnen 32:31-Hinspielsieg gegen Bremen am 6. Januar ist die Bilanz der MJC erschreckend mit elf Niederlagen und nur drei Siegen. Den Abwärtstrend konnte Martin also bisher auch nicht stoppen. „Wir haben noch einiges gutzumachen, gerade im Heimspiel gegen Halle. Denn wir müssen den Fans, die uns trotz aller Niederlagen so toll unterstützen, auch etwas zurückgeben“, betont Martin, für den definitiv nach der Saison Schluss ist: „Nein, ich mache nicht weiter“, sagte er dem TV.

Durch den Rückzug von Badenstedt haben die Miezen nun zumindest etwas früher Planungssicherheit, um mit den Spielerinnen und einem neuen Trainer zu verhandeln. Wie man hört, bleibt das Gros des Kaders wohl zusammen.

„Ich hoffe, dass etwas Langfristiges zusammenwächst, denn vom Potenzial her ist die Mannschaft kein Abstiegskandidat“, sagt Martin, der an Einstellung und Motivation nichts auszusetzen hat, aber: „Die vergangenen Spiele, mit Ausnahme des Siegs gegen Waiblingen, haben gezeigt, dass der Mannschaft die Substanz in den Schlussminuten fehlt. Da ging uns immer die Puste aus - das war auch der Grund für die Heimniederlage gegen Herrenberg vergangene Woche.“ Zudem war auffällig, dass von Außen zu wenige Chancen genutzt wurden — das will Martin in Bremen ändern.

In den bisherigen fünf Spielen gegen die junge Bremer Mannschaft gab es drei MJC-Siege, eine Niederlage und ein Remis, in Bremen hat Trier noch nie verloren. Vielleicht ein gutes Omen für die heutige Partie. Personell kann Martin wieder aus dem Vollen schöpfen.

DJK/MJC Trier (Kader): Minami, Eckelt - Sattler, Zrnec, Constantinescu, Tolic, Szabo, Petrovska, Czanik, Smits, Müller, Houben, Welter

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