Müde Miezen ohne Chance

Handball-Bundesligist DJK/MJC Trier hat am Sonntag beim 25:34 im Heimspiel gegen die HSG Blomberg-Lippe nur 35 Minuten mithalten können. In der zweiten Halbzeit war ein Klassenunterschied zu sehen.

Trier. Letzte Minute in der Arena Trier: Gästetrainer André Fuhr nimmt noch eine Auszeit, schwört seine Spielerinnen auf die letzten Sekunden des Spiels ein. Rein vom Szenario könnte man fast glauben: Für seine HSG Blomberg-Lippe geht es im Spiel bei den Miezen noch um etwas. Vielleicht will Fuhr aber auch nur das Glücksgefühl des lockeren, ungefährdeten Siegs etwas länger auskosten. Denn sein Team führt zu diesem Zeitpunkt mit zehn Toren. Am Ende sind es dann noch neun beim 34:25 (14:11). Das halbe Dutzend mitgereister Gästefans feiert, während die Miezen-Fans die neuerliche Niederlage mit ziemlicher Gleichmut zur Kenntnis nehmen. Zu deutlich war die Überlegenheit der Gäste im zweiten Durchgang. Während die "Miezen" am Mittwoch noch bis kurz vor Schluss Bayer Leverkusen beim 26:32 Paroli boten, hatte Blomberg schon nach einer starken Phase zwischen der 35. und 40. Minute die Katzen im Sack. Ungenaues Anspiel der Miezen, Ballverlust, Tempogegenstoß, Tor durch Smits oder Hofmann: Das wiederholte sich in dieser Phase ein ums andere Mal. Bis zum 15:15 durch die im Vergleich zum Leverkusen-Spiel diesmal nicht so auffällige Katarina Vojcic präsentierten sich die Triererinnen gegen den Mittelfeld-Club noch auf Augenhöhe. Danach war Schicht. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Fuhr. "Wir haben auch in der Höhe verdient gewonnen. Das war die richtige Antwort auf das Theater der letzten Tage, das die gute Beziehungen zwischen Blomberg und Trier getrübt hat." Mit dem "Theater" meinte er die kurzfristige Verpflichtung der MJC von Rückraumspielerin Carolin Schmele. Die in Saarbrücken studierende 21-Jährige stand im Hallenheft noch im Aufgebot der HSG - sie hat sich aber inzwischen den Miezen angeschlossen. Schmele kam gegen ihren Ex-Club gleich zum Einsatz, wenn auch nicht lange. Über ihren Treffer im neuen Dress konnte sie sich nicht wirklich freuen: Als Schmele das 24:32 machte, war die Partie bereits entschieden. Für "Miezen"-Trainer Dago Leukefeld war die enttäuschende Vorstellung bei der klaren Niederlage mit mehreren Faktoren verbunden. "Wir haben individuell, aber auch als Mannschaft viele Fehler gemacht. Wir haben auch nicht die gleiche Qualität im Kader wie Blomberg." Hinzu komme, dass das Team nach drei Spielen in sieben Tagen physisch wenig entgegenzusetzen hatte. Am Ende setzte Leukefeld verstärkt auf junge Spielerinnen ohne große Bundesliga-Erfahrung. "Wir werden alles versuchen, um die Klasse zu halten." Dann müsse man bei der DJK/MJC zurück zu den Wurzeln des Trierer Frauen-Handballs - die sieht Leukefeld vor allem in der gezielten Talentförderung. DJK/MJC: Djeric, Monz - Arnosova (1), Derbach (3), Lennartz (2/1), Solic (4), Vallet (2), Premm (2), Wilamowska, Rost (2), Vojcic (3/1), Schmele (1), Radojicic, Kockler, Zelmel (2), Adeberg (2/1), Bocka.Blomberg-Lippe (beste Schützinnen): Smits (7), Müller (6), Richter (6), Hofmann (5), Thomas (4).