Testlauf und Fußaufsatz

Nur noch eine gute Woche bis zum 27. Trierer Stadtlauf. Beim vorletzten Training ging es für die Schützlinge von Jens Nagel, Michael Plaul und Guido Streit von "Der TV bewegt" noch einmal richtig zur Sache.

Waren das wirklich zehn Kilometer? Unter die Freude über die guten Zeiten beim Testlauf entlang der Mosel mischte sich Skepsis: Wo war das Vermessungsprotokoll? Wie lang war die Strecke von der Kaiser-Wilhelm-Brücke bis zur Staustufe und zurück wirklich? "Das waren 9,5 Kilometer", lüftete Michael Plaul das Geheimnis. "Die letzten 500 Meter schafft ihr beim Stadtlauf sowieso", erklärte der Lauftrainer von "Get fit", weshalb er die Teststrecke etwas verkürzte. Zudem mussten seine Schützlinge vom Waldstadion hinunter an die Mosel und - und das glich der Belastung nach die fehlenden 500 Meter mehr als aus - wieder hinauf laufen.
Dass alle Teilnehmer der Fortgeschrittenengruppe von "Der TV bewegt" am 27. Juni die Zehn-Kilometer-Distanz bewältigen, daran besteht nach dem Testlauf aber kein Zweifel. Für die einen wird es primär darum gehen, im Stadtlauftrubel die Distanz zu bewältigen. Etliche werden aber auch auf die Zeit schielen.
Das Tempo spielt bei der Anfängergruppe dagegen gar keine Rolle. Jens Nagel baut aber schon einmal vor und legte auch bei der vorletzten gemeinsamen Trainingseinheit Wert auf Technikschulung. Diesmal im Fokus: der Fußaufsatz.
Durch die Konstruktion der heutigen Laufschuhe wird das Fersenlaufen begünstigt. Jens Nagel ließ seine Schützlinge probeweise 100 Meter laufen mit der Vorgabe, bei jedem Schritt zuerst auf der Ferse aufzukommen und dann abzurollen. Mit Schuhen kein Problem. "Barfuß hättet ihr mir etwas anderes erzählt", erklärte Jens Nagel, dass der Fersenlauf unnatürlich sei und zwei große Nachteile habe:
1) Die natürlichen Dämpfungseigenschaften des Quer- und Längsgewölbes des Fußes werden gar nicht genutzt.
2) Die Bodenkontaktzeit ist sehr lang. Es braucht seine Zeit, bis der Fuß von der Ferse bis zu den Zehen abgerollt ist.
Besser als mit der Ferse setzt man mit dem Mittelfuß auf. Fußquer- und -längsgewölbe können dann den Aufprall dämpfen und man kann sich schneller abdrücken. Außerdem setzt der Läufer dann in der Regel unterhalb des Körperschwerpunkts auf.
Einfach umstellen sollte man seinen Laufstil aber nicht. Das provoziert Verletzungen. Jens Nagel empfahl seinen Schützlingen, während des Dauerlaufs für zunächst kurze Strecken bewusst über den Mittelfuß abzurollen. Außerdem: Barfußlaufen und -gehen so oft wie möglich stärkt die Fußmuskulatur.