Beim Handball-Rheinlandligisten HSG Hunsrück läuft noch die Findungsphase

Handball-Rheinlandliga der Männer : HSG Hunsrück: Noch läuft die Findungsphase

Im Herrenbereich knirscht es noch in der Kooperation zwischen der HSG Irmenach und der SG Gösenroth. Doch die Verantwortlichen sehen die HSG Hunsrück auf einem guten Weg.

Diese Personalie dokumentiert so ein bisschen die Zerrissenheit, die es nach der im Sommer auch im Herrenbereich vollzogenen Kooperation zwischen den Vereinen HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch und SG Gösenroth/Laufersweiler noch zu überwinden gilt: Manuel Schell von der HSG Irmenach konnte sich nicht mit dem Zusammengehen bei den Männern anfreunden und wechselte zum TuS Kirn. Gleichzeitig ist er dem Heimatverein als Jugendtrainer der JSG Hunsrück in der A-Jugend-Oberliga erhalten geblieben, weil er sich dem Handball vor Ort verbunden fühlt.

Was im Jugend- und Frauenbereich schon etabliert ist, muss im Herrenbereich noch reifen. Die HSG Hunsrück ist in dieser Saison auch dort Realität, die in der Männer-Rheinlandliga spielende erste Mannschaft soll auf Sicht oberliga-tauglich werden.

„Im administrativen Bereich sind wir schon gut vorangekommen. Wir haben eine gute Verteilung der Spielorte sowie gute Trainer und Übungsleiter. Bei bestimmten finanziellen Fragen braucht es noch das eine oder andere Gespräch“, berichtet Bernd Everding, Sport-Geschäftsführer der HSG Irmenach/K/H. Viel Kommunikation und sportlicher Erfolg sollen helfen, noch vorhandene Vorbehalte auch in den Köpfen auszuräumen.

Sportlich läuft es bei der neu zusammengestellten Herren-Mannschaft in der Rheinlandliga angesichts von sieben Siegen und drei Niederlagen nicht schlecht, aber noch nicht optimal. „Die bisherige Saison war eine kleine Achterbahnfahrt. Es war logisch, dass es anfangs etwas schwierig sein wird, die verschiedenen Charaktere und Spielsysteme der SG Gösenroth und der HSG Irmenach zusammenzubringen. Gerade auswärts unter Druck sind wir noch kein homogenes Gebilde“, sagt Jochen Tatsch, Trainer der HSG-Hunsrück-Herren. Die HSG Irmenach habe sich in der Vergangenheit vor allem über das mannschaftliche, gebundene Spiel definiert, Gösenroths Auftritte seien eher durch Eins-gegen-Eins-Aktionen geprägt gewesen. Tatsch: „Für uns gilt es, die Stärken beider Systeme einzubinden.“

Bei der jüngsten 33:39-Niederlage in Daun (siehe Bericht unten) setzte sich der Kader der HSG Hunsrück nahezu paritätisch aus ehemaligen Spielern der HSG Irmenach und der SG Gösenroth zusammen. „Es gibt keine Grüppchenbildung“, spricht Tatsch davon, dass das neue Team nicht nur eine Zweckgemeinschaft ist. Wer wann und wie lange spielt, sei einzig Sache des Trainerteams, das mit Co-Trainer Timo Stoffel komplettiert wird. Es gebe also keinen Zwang, Eisatzzeiten möglichst gleich auf Spieler beider Vereine zu verteilen. Tatsch: „Wir bekommen da keine ,Tipps‘ von außen. Wir sind komplett frei in unseren Entscheidungen.“

Das Thema Aufstieg haben sie bei der HSG Hunsrück noch nicht ad acta gelegt. „Aus den zwei Spielen bis Weihnachten müssen wir aber auf jeden Fall noch vier Punkte holen“, fordert Tatsch.

Everding geht davon aus, dass die Meisterschaftsfrage erst recht spät in der Saison beantwortet wird. Aktuell gebe es für die HSG Hunsrück im Männerbereich Planungen für diese und nächste Saison. „Ziel ist es, eine nachhaltige Grundlage zu schaffen, um die Kooperation unbefristet fortzusetzen“, sagt Everding.

Vielleicht wird dann auch Manuel Schell wieder Bestandteil sein. Everding: „Ich möchte nicht ausschließen, dass er sich doch noch mit der Kooperation abfindet und wieder ,nach Hause‘ kommt.“

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