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Handball: Gisela Deutschen-Bach - Torgarantin, Denkerin, gute Seele des Teams

TV-Serie „Handball ist unser Leben!“ : Gisela Deutschen-Bach: Torgarantin, Denkerin, gute Seele des Teams

Gisela Deutschen-Bach hatte als aktive Handballerin viele Facetten. Heute fiebert sie mit ihrer Tochter mit – und läuft und läuft und läuft.

Seele der Mannschaft, Torgarantin, Denkerin im Rückraum: Für Gisela Deutschen-Bach wären noch weitere Bezeichnungen denkbar, denn die Handballerin lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken.

Mit 13 Jahren fand sie als Jugendliche zu ihrem ersten Verein, der DJK/MJC Trier. Doch das Handballspielen kannte sich schon aus ihrer Schule in Zewen. Dort gab es einen engagierten Sportlehrer, der den Mädchen Handball vermittelte und Teilnahmen der Schule beim Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ organisierte. „Keine der Mädels spielte in einem Verein, und auf Anraten des Lehrers gingen dann gleich acht Spielerinnen aus der Schulmannschaft zur DJK/MJC Trier. Vier Spielerinnen sind dort geblieben, da­runter Ursel Permessang, mit der ich viele Jahre zusammenspielte. In der MJC war Brigitte Svenson unsere erste Trainerin“, erinnert sich die mittlerweile 58-Jährige.

1978 wechselte sie als 16-Jährige in die erste Frauenmannschaft der MJC Trier unter Trainer Mecco Frede, die in der Oberliga spielte. 1982 gelang der erste Aufstieg in die Regionalliga mit Christa Plattner, Christel Merten, Heike Sieben, Uschi Wihr, Sabine Ahlers, Babsi Meyer und Terry Trierweiler, die Deutschen-Bach heute noch als „beste Freundin“ bezeichnet.

Foto: privat

In den Folgejahren belegten die Triererinnen stets vordere Plätze, der Aufstieg in die zweite Liga wollte aber einfach nicht gelingen. „Es war mein Traum, einmal in der zweiten Liga zu spielen. Diese Chance bot sich mir bei der DJK Marpingen, die den Sprung nach oben in der Saison 1987/88 schaffte. Viele Marpinger Spielerinnen kannte ich schon aus den Auswahlmannschaften der DJK. Ich schaffte es sogar in die DJK-Bundesauswahl mit Spielen in Mönchengladbach, Mainz und Ingolstadt um die Deutsche DJK-Meisterschaft. Mecco hat meinen Wechselwunsch unterstützt. So ging es viermal wöchentlich nach Marpingen. Gezahlt wurden nur die Fahrtkosten. Es war eine sehr schöne Zeit im Saarland, und noch heute habe ich sehr gute Kontakte nach Marpingen.“

Doch der zeitliche Aufwand wurde zu groß, und so entschloss sich Deutschen nach einem Jahr zur Rückkehr nach Trier. Dreimal spielte sie mit der MJC erneut um den Aufstieg in die zweite Liga, doch es sollte nicht klappen.

Für Deutschen folgte eine Babypause, im April 1992 kam Sohn Jakob zur Welt. Doch ohne Handball konnte die MJC-Spielerin nicht leben: „Ich half bei der MJC in der Bezirksliga aus, vier Monate nachdem Jakob geboren war.“

Foto: privat

In der Saison 1993/94 sprang Frede als Helfer bei der zweiten MJC-Mannschaft ein und führte die Mannschaft aus der Abstiegszone auf Platz drei. In der Spielzeit 1995/96 gelang der erneute Aufstieg in die Regionalliga, und mit Gisela Deutschen, Claudia Greif, Bianca Waters und Barbara Meyer reichte es zum Klassenerhalt.

Für Deutschen kam die nächste Babypause, Tochter Hanna kam 1997 zur Welt. Deutschen wechselte den Verein, zog in den Hunsrück, trainierte dort unter Klaus Frank und Wolfgang Becker. Sie heiratete Axel Bach, den sie – selbstverständlich – vom Handball kannte: „Der spätere Vorsitzende des TuS Kleinich, Hans Schneiß, wohnte zu meiner Jugendzeit in Igel. Dieser Kontakt riss auch nicht ab, als die Familie Schneiß 1970 in den Hunsrück zog. Dort habe ich dann meine Ferien verbracht, ging mit deren Jungs später dann auch ins Training der A-Jugend. Mit 19 Jahren lernte ich meinen jetzigen Mann Axel kennen“, berichtet Deutschen-Bach.

Auch in ihrer Zeit bei der HSG Irmenach/Kleinich zählte sie zu den Leistungsträgerinnen. Als 38-Jährige war sie aber nicht die Älteste im Team. „Susi Frank war noch ein halbes Jahr älter“, erinnert sich die Wahl-Hunsrückerin, die in der damaligen Oberligasaison auf Spielerinnen traf, die gerade mal halb so alt waren wie sie: „Meine 16-jährigen Nichten Susi Deutschen und Anne Molitor spielten damals beim SV Igel-Liersberg. Das war lustig, wenn ich gegen sie spielen konnte.“

Foto: privat

Gisela Deutschen-Bach versuchte sich auch als Trainerin. Sie übernahm das Bezirksligateam des TuS Pallien, die B-Jugend in St. Matthias und die Minis der HSG Irmenach/Kleinich. „Doch das war nichts für mich“, gibt sie heute rückblickend zu.

Ihre ehemaligen Teams DJK/MJC Trier und DJK Marpingen verlor Deutschen-Bach nicht aus den Augen. „Das Jahr in der zweiten Liga in Marpingen mit Fahrten nach Berlin und in andere Städte war ein ganz tolles Jahr“, blickt sie zurück. Ein weiterhin gutes Verhältnis pflegt sie mit ihren Freundinnen aus alten MJC-Zeiten. Jährlich organisiert eine der ehemaligen Handballerinnen ein Wiedersehen.

Seit 15 Jahren bringt sich Deutschen-Bach auch in die Vereinsarbeit des TuS Kleinich ein. Sie gehört zum Vorstand und ist vor allem in die Organisation des jährlichen Pfingstsportfests ihres Vereins eingebunden.

Seit mehr als zehn Jahren hat sie für sich eine neue sportliche Leidenschaft entdeckt: das Laufen. Sie legt wöchentlich rund 40 Kilometer zurück und nimmt an verschiedenen Wettbewerben teil. Ihren bisher einzigen Marathon hat sie in Bonn absolviert, außerdem hat sie einige Halbmarathons in den Beinen: „Das hält mich fit und macht Spaß.“

Logo Serie Handball ist unser Leben! Foto: tv

Handball gehört aber immer noch zum Familienleben der Deutschen-Bachs. Sohn Jakob spielte bis zur A-Jugend Handball, und Hanna zählt zum Kader des derzeitigen Oberliga-Teams der HSG Hunsrück. Die Spiele ihrer Tochter schaut sich das Ehepaar Deutschen-Bach regelmäßig in der heimischen Halle an.