1. Die Woch

Motor: Die Kraft der zwei Herzen

Motor : Die Kraft der zwei Herzen

Nach den 90er und 60er Baureihen setzt Volvo mit dem  XC40 T5 Twin Engine einen Dreizylinder mit Frontantrieb in der Kompaktklasse ein.

Der schwedische Autobauer Volvo komplettiert seine Baureihen bei der (Teil)-Elektrifizierung seiner gesamten Modellpalette. Nach den beiden größeren SUV XC90, XC60 sowie der Limousine S60 gibt es jetzt auch in der kompakten 40er Reihe ein Plug-in-Hybrid Modell. Das äußerlich zwar äußerst überschaubare, innen aber sehr großzügig und variabel ausgestattete SUV XC40 T5 Twin Engine ist somit so etwas wie der Steigbügel-Halter in diesem Segment.

Die Schweden, die sich schon vor Jahren von allem, was mehr als fünf „Pötte“ unter der Haube hat, verabschiedet haben, beschreiten damit den angekündigten Weg der ökonomischen und ökologischen Erneuerung mit Verve. Volvo, so die Botschaft des hybridisierten XC40, lässt sich vom angekündigten und vorgegebenen Tempo bei der Antriebswende nicht abhalten.

Wobei für den Kleinsten, also den kompakten XC40, der größte Aufwand betrieben werden musste. Auf der CMA-Plattform aufbauend, benötigte das SUV eine komplett neue Antriebsstruktur. Wie also vorgehen? Heraus kam nach (wahrscheinlich) einigem Kopfzerbrechen bei den Entwicklungs-Ingenieuren die Dreier-Lösung. Ein extrem laufruhiger Dreizylinder-Benziner (so zumindest unsere ersten Fahreindrücke) mit 1,5 Liter Hubraum bildet die verbrennungstechnische Basis. Der generiert 180 PS und beherbergt neben sich den 82 PS starken E-Motor.

Macht summa summarum eine Systemleistung von 262 PS. Die wird, bei 425 Newtonmeter Drehmoment von einem erstmals angewandten Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ausschließlich an die Vorderräder übertragen. Damit ist er der erste Volvo PHWV mit Frontantrieb statt Allrad. 45 Kilometer rein elektrische Reichweiter nach WLTP soll die Lithium-Ionen-Batterie (10,7 kWh) ermöglichen. Die elektrische Höchstgeschwindigkeit bei gefüllter Batterie beträgt 125 km/h. Darüber gesellt sich der Dreizylinder-Benziner hinzu. Für die Insassen unmerklich, weil das Fahrzeug erstens sehr gut gedämmt ist und die Gangwechsel vom Hybridsystem fast unmerklich vollzogen werden. Noch kann das kleine SUV übrigens auf eine Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h beschleunigt werden. Bis zur von Volvo propagierten Selbstbeschränkung, der Einführung der 180-km/h-Marke.

Das kleinste Plug-in-Hybrid Fahrzeug der Schweden bietet drei verschiedene Fahrmodi an. Die Stufe „Pure“ bedeutet, dass der XC40 T5 Twin Engine ausschließlich elektrisch unterwegs ist. „Hybrid“ heißt: Gemeinsam mit dem Navigationssystem wird antizipierend und möglichst effektiv auf beide Antriebe gesetzt. Wählt man dagegen den „Power“-Modus, sorgen die zwei Motoren parallel für das rasche Vorwärtskommen. 

Da Volvo seine CMA-Plattform von Beginn an für den Elektro-Antrieb ausgelegt hat, muss man auch keine Einbußen beim Volumen des Kofferraums in dem 1,8 Tonnen schweren SUV hinnehmen. Das changiert je nach Konfiguration des Innenraums zwischen 460 und 1336 Liter. Die Ladekabel kann man in einem eigens dafür vorgesehenen Fach im Unterboden ablegen. Der Hersteller übernimmt für seine Batterien ´Garantie der Lebensdauer von entweder bis zu acht Jahren oder 150 000 km. Für den Fall, dass deren Leistung dabei unter 55 Prozent des Originals sinkt, wird sie ersetzt

Der XC40 T5 Twin Engine wird in den hochwertigen Ausstattungsvarianten angeboten. Ab Momentum-Pro also. Dazu gehören serienmäßig neben einer Vielzahl von Assistenz- und Sicherheitssystemen das Navi, Smartphone-Anbindung (Apple CarPlay oder Android Auto), Standheizung sowie elektrische Heckklappe.

 Der XC40 T5 Twin Engine ist der erste Plug-in-Hybrid Volvos in der Kompaktklasse.
Der XC40 T5 Twin Engine ist der erste Plug-in-Hybrid Volvos in der Kompaktklasse. Foto: Jürgen C. Braun

Die Preisliste beginnt bei 49 000 Euro (Momentum Pro). Darüber liegen Inscription (52 160) und R-Design (52 560) Euro. Der teuerste konventionelle XC40, ein T5 mit Allradantrieb und 247 PS, kommt auf 47 750 Euro. Dank der günstigen Dienstwagenbesteuerung sind nur 0,5 statt 1 Prozent des Listenpreises fällig.