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Ohne Männer geht nichts bei den Märker Señoritas

 Die Señoritas tanzen verkleidet als Meerjungfrauen.
Die Señoritas tanzen verkleidet als Meerjungfrauen. FOTO: Joachim Paulus
Thalfang. In der Thalfanger Festhalle lockt dieses Jahr die große Filmwelt mit Oskars, Sternen und Sternchen sowie einem Walk of Fame. Denn dort laden die Märker Señoritas am Dicken Donnerstag in diesem Jahr wieder zur Saalfastnacht ein.

Die Besucher können dort eine Oskar-Show erleben, „mit Glitzer, Glamour und haste noch nicht gesehen“, sagt Doro Hürtgen, eine der neun Frauen der ausrichtenden Señoritas.

Doch bis die Thalfanger Festhalle sich in Hollywood verwandelt, haben die Señoritas noch viel zu tun. Kostüme müssen erstellt, der Abend sowie der eigene Auftritt geplant und die Dekoration vorbereitet werden. Hier kommen die Männer der Señoritas und weitere Unterstützer ins Spiel, die ihre handwerklichen Qualitäten unter Beweis stellen müssen.

An deren Spitze steht Hermann Maier, von Beruf Bühnenbauer. Seit 2013 ist er bei der Dekoration in der Festhalle engagiert und hat diese „auf ein neues Niveau“ gehoben“, sagt Hürtgen. Ihr Mann Frank unterstützt die Señoritas, indem er die Moderation übernimmt. Und auch für sämtliche Thekendienste werden Männer gesucht. Denn: „Die Frauen sollen am Dicken Donnerstag feiern“, sagt Doro Hürtgen. „Wir wollen allen Frauen einen tollen Tag bereiten“, erklärt Anette Paulus.

Die von den Señoritas seit 2003 ausgerichtete Dicke-Donnerstags-Feier steht jedes Jahr unter einem anderen Motto. Im Vorjahr war es der „Airport Tollfang“, zu dem sich die Señoritas ins Stewardessenkostüm geworfen haben und sogar extra ins Flugzeugmuseum nach Abtei gefahren sind, um das passende Foto zu schießen. Aber auch der Wilde Westen und Meerjungfrauen sind schon Thema gewesen.

Die Nachfrage sowohl bei Mitwirkenden als auch bei Besuchern steigt jährlich. Bis zu 400 zahlende Besucher plus die Aktiven sorgen für eine volle Thalfanger Festhalle. „Wir wollen allen Tanzgruppen eine Plattform bieten“, sagt Heidi Brück. Besonders Kindergruppen fragen an. „Für die ist es das Größte, hier aufzutreten“, sagt Hürtgen.

Damit sich alle von den Großeltern bis zu den Enkeln wohlfühlen, gibt es auch eine Kinderecke mit Spielzeug. „So können auch Mütter feiern“, sagt Paulus.

Die Señoritas als „wilder Verein“, wie sie sich selbst nennen, füllen in Thalfang mit ihrer Feier am Dicken Donnerstag eine Lücke. Denn im größten Ort der gleichnamigen Verbandsgemeinde gebe es keine weitere Saalveranstaltung, nachdem sich die Thalfanger Spetzbouwe aufgelöst haben, sagen die Señoritas. Die förmlichen Sachen wie Genehmigungen und Abrechnungen liefen über den Kultur- und Brauchtumsverein. Lediglich die Ortsgemeinde organisiert noch den Rosenmontagszug, an dem sich die Señoritas beteiligen.

Neben den Fastnachtsveranstaltungen beteiligen sich die Señoritas am Letzten Markt, zu dem sie jährlich rund 170 Kartoffelklöße selbst herstellen, sowie am Straßenfest. Kulturveranstaltungen hatten die neun auch schon organisiert, dies aber nicht mehr weiter verfolgt. „Das wird uns zu viel“, sagen sie unisono.