1. Meinung

Armin Surkus-Anzenhofer zum Tehma Ostern

Glaube im Alltag : Krisen-Management

Ich krieg die Krise! Das sagen wir schon mal daher. Manchmal meinen wir es auch ernst: Wie können wir dann mit Krisen umgehen, sie überwinden und weiterleben?

Die Jüngerinnen und Jünger sind in einer solchen Krise nach Jesu Tod. So viele Pläne, jetzt sind alle durchkreuzt. Ihr Einsatz, ihr Lebenswerk, ihre Hoffnungen, alles liegt wie ein Scherbenhaufen vor ihnen.

Die Oster-Erzählungen sind für mich so etwas wie österliches Krisenmanagement. Da tun sich etwa zwei Jünger in ihrer Krise zusammen und reißen aus nach Emmaus. Unterwegs aber denken sie nach, reden und versuchen zu verstehen. Für mich ein wichtiger Hinweis: Wenn ich in der Krise bin, wie kann ich Abstand gewinnen, mit wem kann ich mich aussprechen, weinen, klagen und doch auch Perspektiven entwickeln?

Manchmal darf ich in diesen Gesprächen spüren, dass ein Mensch und noch ein Mensch mehr sind als nur zwei Menschen. In allem Traurigen, in allem Unverständnis, vielleicht sogar in Enttäuschung und Wut entwickelt sich doch etwas Neues: ein tieferes Einander-Verstehen; eine Denkrichtung, auf die ich alleine nicht gekommen wäre. Aufeinander eingehen, einander ernst nehmen, miteinander Wege gehen, und es entsteht eine Gesinnung, ein Geist, der trägt und hilft und über uns Menschen hinaus weist. Österliches Krisenmanagement, am eigenen Leib erfahren, das uns zusagt: Wir gehen nicht allein, erst recht nicht in der Krise!

Doch der Paukenschlag kommt erst noch: Eine Frau, Maria von Magdala, sagt den Jüngern: „Ich habe den Herrn gesehen!“ Neue, rettende Perspektive kommt hier wie so oft in unserem Leben aus Richtungen, die überraschen. Was galt damals das Wort einer Frau? Stellen wir also als einzelne, als Verantwortliche in Kirche und Politik, unsere Ohren auf in unseren Krisen: Wer spricht das Wort, das weiter hilft und aus der Krise führt? Wem müssten wir Gehör schenken?

Mit solchen Krisenstrategien können wir vielleicht, wenn es drauf ankommt, sagen: „Ich krieg die Krise – gemeistert!“