1. Meinung

Glaube im Alltag : Kirche der Zukunft

Glaube im Alltag : Kirche der Zukunft

Schon spannend, in einer aufregenden und bewegenden Zeit zu leben. problembehaftet durch Corona, aber auch herausgefordert von neuen Ideen und Überlegungen im Blick auf Gemeinden und Kirchen.

Die Jahre sind, Gott sei Dank, vorbei, wo Religion viel mit bürgerlichem Anstand und Loyalität zur Institution Staat zu tun hatte, auch geprägt vom Gehorsam gegen die kirchliche Obrigkeit.

Anna, die in ihrem faszinierenden Tagebuch an Mister Gott schreibt, kennt folgende Erfahrung. „Lieber Mister Gott, also furchtbar gern geh ich nicht in die Kirche, hab ich zu Fynn (ihrem Freund) gesagt. Woher weißt Du denn, ob Mister Gott da drin ist? Er kann drin sein, aber er muss nicht. Nur wenn wir ihn mit reinnehmen, dann ist er bestimmt drin. Ich würd ja an Mister Gott seine Stelle von allein auch nicht kommen. Ich würd immer warten, dass mich die Leute mitnehmen.“ Soweit Anna .

„Wenn wir ihn mit reinnehmen, dann ist er bestimmt drin“, schon ein Ausrufezeichen für unser Verhältnis zu Gottesdienst und Gemeinden. Im Gleichnis spricht Jesus vom Vater, der beide Söhne zur Arbeit im Weinberg schickt. Der erste sagt: „Ich will nicht!“, geht aber später doch. Der andere sagt „Ja!“, geht aber nicht. Der Jasager lässt uns darüber nachdenken, ob wir in frommen Worten oder Zeremonien ein Mittun im Raum Kirche  bekräftigen und dabei steckenbleiben, aber im Alltag ganz andere sind, oder  wie der andere Sohn nach anfänglichem Neinsagen intensive Mittäter werden oder auch wie Anna mit unserem Einsatz und unserer Sorge für andere Menschen den Herrn in unser kirchliches Tun hineinnehmen. Auch die Menschen in Weißrussland warten darauf, dass wir ihnen unsere Solidarität beweisen.

In Himmerod findet heute Abend bis in die Morgenfrühe die Weltgebetsnacht statt in der Kirche und im umliegenden Gelände. „Die Zukunft der Kirche“, ist das Thema. Jasager, Mittäter in unseren Gemeinden, ein Abenteuer.