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Fast schon wieder repariert

Fast schon wieder repariert

Zur Diskussion um Karl-Theodor zu Guttenberg:

Mensch ... Dieter Lintz! Schon oft habe ich mit Freude den einen oder anderen Ihrer Kommentare gelesen. Aber mit Ihrem Kommentar zur "Marke zu Guttenberg" haben Sie sich in meinen Augen leider auf eine "niedere Ebene" begeben, die Sie dank Ihrer guten journalistischen Fähigkeiten gar nicht nötig hätten. Warum überlassen Sie diese schäbige Hetzjagd nicht den Medienleuten, die üblicherweise immer erst dann auftauchen, wenn eine Person oder ein Thema "von höchster Medienstelle allgemein freigegeben wurden". Dann sind auch diese sonst zurückhaltenden Medienleute groß da und hauen selbst auf einen bereits am Boden Liegenden mutig drauf.

Wo bleiben die im Berufsbild des Journalisten so hehren Eigenschaften wie "Zivilcourage" oder "eine eigene Meinung", selbst wenn diese nicht dem aktuellen Trend entspricht? Kein Wunder, wenn hier und dort bereits vom "Anbiederungsjournalismus" die Rede ist.

Wo bleiben, sehr geehrter Herr Lintz, Ihre "Mensch..."-Artikel zu den wirklich bewegenden Themen Nürburgring, Hotelsanierung in der Pfalz und so weiter? Das bewegt die Leser und Steuerzahler im Lande. Aber vielleicht werden Sie bei der Sicht diese Dinge von Ihrer, wie ich finde, oft durchschimmernden rosaroten Brille behindert. Wie wäre es mit einer neuen, neutralen Brille, die dennoch sozialträchtige Eigenschaften haben könnte. Ich wünsche Ihnen, dem Journalismus allgemein, den Mut und die Größe, die Herr zu Guttenberg hatte, als er seine Fehler einsah und dazu stand. Die Volksmeinung zeigt deutlich, dass die "Marke zu Guttenberg" nur leicht beschädigt wurde und fast schon wieder repariert ist. Die "Marke gute Medien/Journalismus" wird ständig weiter ramponiert und bedürfte dringend einer "Generalüberholung".

Norbert Fröhlich, Trier

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