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Steuern
Kein Ausweg aus dem Teufelskreis

Zum Artikel „Scholz will eine ,sozial gerechte’ Grundsteuer – und eckt an“ und zum Kommentar „Scholz’ Steuer-Rechnung mit vielen Unbekannten“ (TV vom 27. November) schreibt Michael Rost:

Die Begriffe „Grundsteuer“ und „sozial gerecht“ widersprechen sich. Grundsteuer fällt an für den Besitzenden (Haus-, Wohnungs-, Grundstückseigentümer). Wer seine Immobilie/sein Vermögen selbst nutzt, wird zur Kasse gebeten.  Wer Immobilien als Anlage nutzt, sprich vermietet, bewahrt und vermehrt sein Vermögen und leitet weiter, besser gesagt, holt sich die Grundsteuer von den Nichtvermögenden zurück.
Wer dagegen sein Häuschen als Altersvorsorge gedacht hat, bleibt auf den steigenden Kosten sitzen, hat auch keine Möglichkeiten der Kompensation. Es sei denn, er verkauft die Immobilie, dann ist er aber seine Bleibe los. Ein Teufelskreis. Gewinner bleiben die Immobilienanleger, siehe der Matthäus-Effekt – ein Prinzip, bei dem aktuelle Erfolge mehr durch frühere Erfolge als durch gegenwärtige Leistungen bedingt werden.

Michael Rost, Sirzenich