Leserbrief : Wichtige Informationen nicht berücksichtigt

Westeifelbahn

Zum Artikel „Radweg: Planer planen – Gegner klagen“ und zum Kommentar „Jetzt muss mal Schluss sein“ über die Westeifelbahn (Trierischer Volksfreund vom 3. Februar) schreibt Jens Wießner, Vorsitzender des Vereins Eifelquerbahn:

In diesem Zusammenhang möchte ich auf weitere Informationen hinweisen, die aus meiner Sicht leider in Ihrer Berichterstattung zum Thema Westeifelbahn keine Berücksichtigung gefunden haben.

Das wäre zuallererst die 2010 durch den Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein erstellte Studie, welche sich mit den verschiedenen Varianten eines Radweges auf beziehungsweise entlang der Westeifelbahnstrecke beschäftigt.In Verbindung mit der Berichterstattung der Rhein-Zeitung (zu finden unter/www.rhein-zeitung.de) zur Eröffnung des Bahntrassenradweges zwischen Ochtendung und Bassenheim wird deutlich, dass mit Kosten von deutlich mehr als den bisher angegebenen 4,5 Millionen Euro für den Bau eines Radwegs zu rechnen ist.

Bei einer Ausführung in asphaltierter Bauweise ist mit Kosten von weit über sieben  Millionen Euro auszugehen, womit die Kosten noch über denen der 2010 abgelehnten Kombi-Lösung liegen.

Auch sind die Radwege in der Region Prüm nur mit dem Auto zu erreichen. Dies steht im klaren Widerspruch zum Anspruch eines nachhaltigen Tourismus in der Region. Verursachen diese Fahrten doch nicht nur eine übermäßige Klimabelastung, sondern stellen darüber hinaus einen nicht unerheblichen volkswirtschaftlichen Schaden dar, wie einer Studie der „Allianz pro Schiene“ zum Thema „Externe Kosten der Verkehrsträger“ zu entnehmen ist (Quelle: www.allianz-pro-schiene.de)

Zu guter Letzt möchte ich auf ein aktuelles Interview mit Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahn beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, mit dem Technology Review Magazin hinwiesen (zu finden unter www.heise.de).

Darin  verweist Henke darauf, dass das Bundesinnenministerium Wert auf eine Anbindung aller Mittelzentren an die Schiene legt und hier auch den Neubau fehlender Verbindungen in Betracht zieht: „Wir sind auch im regen Austausch (...) mit dem Bundesinnenministerium, das Wert darauf legt, dass alle deutschen Mittelzentren an die Schiene angeschlossen werden und uns da auch klar gesagt hat, wenn das dann nicht per Reaktivierung geht, dann müssen wir andere Überlegungen anstellen, beispielsweise dort auch eine regionale Bahnverbindung neu zu bauen.”