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Politik und Medien: Totgewünschte leben länger

Politik und Medien : Totgewünschte leben länger

Zum Kommentar „Beispiel Hamburg zeigt, die AfD ist nicht unschlagbar“ (TV vom 24. Februar) schreibt Harald Lobüscher:

Oh, quae mutatio rerum, Werner Kolhoff! Wenigstens der Titel eines Leitartikels sollte nicht von Wunschdenken, sondern von Fakten geprägt sein. Die Überschrift „Beispiel Hamburg zeigt, die AfD ist nicht unschlagbar“ müsste realiter heißen: Totgewünschte leben länger! Anschließend widmet der Autor dem AfD-Bashing einen großen Abschnitt und dokumentiert so seinen eigenen Impetus.

Der Zeitdruck sollte nicht dazu verleiten, eine Prognose zu veröffentlichen, ohne dies mit größerer Schrift deutlich zu machen. Zugegeben, eine solch heftige Auferstehung der AfD von 4,7 auf 5,3 Prozent war nicht zu erwarten, sollte aber zur Vorsicht mahnen, wenigstens bei Leitartikeln nicht auf Propheten zu setzen. Man sollte sich als objektiver Journalist nicht über bundesweit sechs Millionen Bürger erheben, die AfD gewählt haben und nicht alle Höcke heißen. Als jahrzehntelanger Abonnent des Volksfreunds frage ich mich oft, warum ich Auslandspresse oder deutsche Online-Medien lesen muss, um objektiv informiert zu sein.

Harald Lobüscher, Trier

Anm. d. Red.: Werner Kolhoff hat den Kommentar zur Hamburg-Wahl am Sonntagabend geschrieben, auf Basis der ersten Hochrechnungen. Die waren am nächsten Morgen überholt, an der Meinung des Autors ändert das nichts. Die AfD verlor erstmals seit ihrer Gründung 2013 im Vergleich zu einer vorangegangenen überregionalen Wahl.

Selbstverständlich hat der Volksfreund über das Ergebnis in Print und Online korrekt berichtet.