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Bildung: Übung macht den Meister!

Bildung : Übung macht den Meister!

Zum Artikel „Streit um Handschrift: Wie sollen unsere Schüler schreiben lernen“ (TV vom 19. Februar) meint Raimund Haas:

Ich freue mich über die Aussage der Bildungsministerin Stefanie Hubig: „Die Vermittlung der Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen ist und bleibt die Kernaufgabe der Grundschule.“ Als langjähriger Grundschullehrer beobachtete ich in den letzten Jahren meiner beruflichen Tätigkeit, dass die Anzahl der Erstklässler mit sehr großen (schon fast erschreckenden) Defiziten in der Fein-und Grobmotorik jährlich stieg.

Hier stellen sich die Fragen: Warum? Was ist den Jahren vor der Einschulung in Elternhaus und Kindergarten versäumt worden?

Bei einer solchen Ausgangslage stellt sich die Frage nach der Handschrift überhaupt und welcher Handschrift. Ich bin der Meinung, dass die Lateinische Ausgangsschrift immer noch die beste ist, denn es ist bekannt, dass durch die Bewegungen beim Schreiben im Gehirn neue Verbindungen geschaffen werden. Auftretende Anfangsschwierigkeiten sind meiner Erfahrung nach durch tägliche Übung (Schreiben lernt man durch schreiben, Lesen lernt man durch lesen) relativ schnell zu überwinden, und die Schüler entwickeln bis zum Ende der Grundschulzeit eine flüssige, gut lesbare und individuelle Handschrift. Sie sind dann in den weiterführenden Schulen in der Lage, längere Passagen mit der Hand „ohne Muskelkrämpfe“ in lesbarer Schrift und entsprechender Schreibgeschwindigkeit zu schreiben.

Überhaupt wird meiner Meinung nach die Übung in der Grundschule sträflich vernachlässigt. Wenn man die heutigen Lehr- und Lernmethoden in der Grundschule kritisch überprüfen und die Inhalte der Rahmenpläne für die einzelnen Fächer auf grundschulrelevante Inhalte reduzieren würde, könnte man meiner Meinung nach Zeit und Raum schaffen für die dringend benötigte Übung. Denn wie schon lange bekannt: Übung macht den Meister!

Raimund Haas, Trassem