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Unterm Strich – die Kulturwoche Rainer Nolden Bud Spencer Terence Hill

Die Kulturwoche : Olle Kamellen, frisch aufbereitet

Dass man auch als Draufgänger und prügelfreudiger Zeitgenosse eine eigene Ausstellung bekommen kann, war bisher selten der Fall. Aber alles passiert eben irgendwann zum ersten Mal. Und so wird die Schau mit dem schlichten Titel am Sonntag eröffnet: „Bud Spencer“.

Die Berliner Ausstellung zeigt in den nächsten zwei Jahren Stationen der Karriere von Carlo Pedersoli – so der richtige Name des Italieners, den manch einer bis heute für einen Amerikaner hält. Spencer spielte in Filmen wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“ und „Sie nannten ihn Plattfuß“ mit. Er war oft im Doppelpack mit Terence Hill zu sehen. Die beiden haben bis heute viele Bewunderer. Im September soll es deswegen ein Fantreffen im brandenburgischen Templin geben. Viele würden Bud Spencer noch aus ihrer Kindheit kennen, sagt Eric Heyse. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder arbeitet er als ehrenamtlicher Kurator für die Ausstellung. Beeindruckt habe ihn als Kind die Statur von Bud Spencer, das Kumpelhafte. Und auch die Tatsache, dass er es geschafft habe, „fünf Banditen innerhalb von drei Minuten auf die Bretter zu legen“. In der Tat: Wenn man plötzlich neben der nachgebauten Figur steht, fühlt man sich eher wie Hiram Holliday (Erinnert sich noch jemand an die US-amerikanische Fernsehserie mit dem spirreligen Wally Cox, dem Hans Clarin seine Stimme lieh? Nein? Seltsam. Ist doch erst 60 Jahre her, dass die Filme in den ARD-Regionalprogrammen gezeigt wurden). Zurück zu Bud Spencer. Mit dem Erwachsenwerden habe man ihn und seine Filme noch mal neu entdeckt und auf andere Dinge geachtet als bloß fliegende Fäuste, sagt Heyse. Plötzlich finde man seine Sprüche toll. Etwa in einer Szene aus „Vier Fäuste gegen Rio“, in der Spencer und Hill im Wagen sitzen und sich über das Dinner unterhalten („Wie wollen die uns denn die Hirse servieren? Im Käfig oder auf dem Fensterbrett?“... na ja). Die Ausstellung soll die nächsten zwei Jahre Unter den Linden zu sehen sein. Und wem das nicht reicht, kann einen Abstecher ins sächsische Lommatzsch machen, irgendwo zwischen Riesa, Döbeln und Meißen gelegen. Dort betreiben die Organisatoren eine Ausstellung über Spencers Kumpel Terence Hill. Übrigens: Bud Spencer, der 2016 in Rom gestorben ist, konnte noch viel mehr als bloß Leute verkloppen: Er war Schwimmer, Wasserballspieler, Modeschöpfer, Pilot, Musiker, Komponist und Gründer einer Fluglinie. Wahrscheinlich hat der Mann sich keine Sekunde in seinem 86 Jahre langen Leben gelangweilt.

Bleiben wir in der Vergangenheit. RTL plant eine Neuauflage des Kinderklassikers „Meister Eder und sein Pumuckl“. Was – an den erinnern Sie sich auch nicht? Kommen Sie, so jung sind Sie aber auch nicht mehr!  Die frischen Abenteuer des rothaarigen Kobolds mit dem Titel „Neue Geschichten vom Pumuckl“ nach den Buchvorlagen der Schriftstellerin Ellis Kaut  (1920 – 2015) sollen zunächst bei der RTL-Streamingplattform TVnow gezeigt werden und später bei RTL. Und sie sollen „hochwertig und liebevoll“  inszeniert werden – was immer das bedeuten mag. Aber das zu verwirklichen, ist die Aufgabe von Regisseur Marcus H. Rosenmüller. Der beginnt im Frühjahr 2022 mit den Dreharbeiten. Zeit genug, sich mit den alten Folgen auf den nötigen Wissensstand für die Fortsetzungen zu bringen.  no/dpa