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Corona: Urlaub in beliebten Ländern - welche Regeln gelten?

Sommerferien : Corona-Regeln im Urlaub: Was gilt bei Reisen in beliebte Länder?

Die Regeln für Reiserückkehrer wurden in Deutschland gerade erst verschärft. Wichtig ist außerdem, was im Urlaubsland gilt. Hier finden Sie den Überblick für Europa.

Berlin (dpa) - EU-Impfzertifikate, Ausgangssperren und Einreiseformulare: Wer Spaß am Strand will, muss in Corona-Zeiten je nach Land einiges beachten. Und generell gilt: Bei der Rückreise nach Deutschland - egal aus welchem Land - muss ab Sonntag grundsätzlich ein negativer Test, ein Impf- oder ein Genesenennachweis vorgelegt werden. Für die Rückreise aus Gebieten mit neuen, besorgniserregenden Virusvarianten gilt künftig eine Testpflicht ohne Ausnahmen, Genesungs- oder Impfnachweise reichen dann nicht aus. Die derzeit noch geltende Einstufung von Ländern als Risikogebiete wird abgeschafft. Ein Überblick über die Lage in Europa.

Urlaub in baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen

In Estland, Lettland und Litauen hat sich das öffentliche Leben mit Lockerung der zuvor strengen Corona-Regeln weitgehend normalisiert. Weiter gibt es aber Auflagen in einigen Bereichen - teils mit Vorrechten für nachweislich Geimpfte und Genese. Zugleich sind eine zunehmende Verbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus und eine Verlangsamung der Impfungen zu beobachten. Neue Einschränkungen werden diskutiert.

Wer von Deutschland oder aus anderen EU-Ländern einreist, muss sich registrieren. Einreisende aus Ländern mit höheren Infektionszahlen müssen unter Umständen einen negativen Corona-Test vorlegen und in Quarantäne. In Estland sind Einreisende aus Deutschland aktuell von beiden Vorgaben befreit, in Lettland müssen Nicht-Geimpfte und in Litauen sämtliche Einreisende einen negativen Corona-Test vorweisen.

Urlaub in Belgien

Reisen nach Belgien sind möglich. Man muss nach offiziellen Angaben jedoch ein Einreiseformular ausfüllen - außer, man reist im Auto und bleibt weniger als 48 Stunden im Land. Wer aus einem Gebiet mit höheren Infektionszahlen kommt, muss unter Umständen in Quarantäne, kein deutsches Bundesland gilt aber derzeit als Risikogebiet. Die Zahl der Neuinfektionen ist in dem Land mit 11,5 Millionen Einwohnern zuletzt weiter gestiegen. Die Delta-Variante macht den größten Teil der Infektionen im Land aus. Strengere Hygieneregeln wurden bislang jedoch nicht angekündigt.

Urlaub in Bulgarien

Geimpfte, getestete und von Covid-19 genesene Touristen aus Deutschland und den meisten EU-Staaten dürfen mit einem der drei möglichen Zertifikate einreisen. Bei der Rückkehr nach Deutschland müssen Reisende derzeit nicht in Quarantäne. Lokale, Hotels und Fitnesszentren sowie Kinos, Konzertsäle und Museen sind für alle Kunden geöffnet - unabhängig davon, ob ein Besucher ein Impf-, Genesungs- oder Testzertifikat vorweisen kann oder nicht. Die Corona-Infektionszahlen steigen, allerdings auf niedrigem Niveau. Die Verbreitung der Delta-Variante ist noch gering. Beim Einkaufen, in der Bank oder in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Maskenpflicht.

Urlaub in Dänemark

Verglichen mit Deutschland sind die Neuinfektionszahlen in Dänemark weiter relativ hoch, das Leben im nördlichsten Nachbarland ist dafür aber beinahe beschränkungsfrei. Einen Mund-Nasen-Schutz muss man nur noch tragen, wenn man in Bus oder Bahn steht, alles bis auf die Diskotheken ist seit längerem wieder offen. Im Restaurant, in Museen und an vielen anderen Orten muss man negative Tests, Impfungen oder überstandene Infektionen vorweisen können.

Deutsche können auch dann Dänemark-Urlaub machen, wenn sie noch nicht geimpft sind. An der Grenze müssen sie dann einen negativen Test vorzeigen, ein Schnelltest reicht.

Urlaub in Frankreich

Die Infektionszahlen sind in Frankreich in den vergangenen Wochen in die Höhe geschnellt. Die Regierung spricht von einer vierten Welle, zur Eindämmung gelten wieder strengere Regeln. So muss in Museen und Kinos ein negativer Test oder ein Impf- oder Genesungsnachweis gezeigt werden. Vom 9. August an soll ein Nachweis auch für Bars, Restaurants und Fernzüge zur Pflicht werden. In einzelnen Gebieten gelten wieder eine Maskenpflicht im Freien oder frühe Schließzeiten.

Urlaub in Griechenland

In Griechenland steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiterhin an, allerdings örtlich unterschiedlich stark. Hohe Zahlen werden unter anderem auf Kreta und den Kykladeninseln Ios und Paros gemeldet. Zusätzliche Beamte sollen dort nun für die Einhaltung der Corona-Regeln sorgen. Unter anderem gilt in Bars und Clubs ein Tanzverbot. In geschlossenen Räumen wie Kinos und Theatern dürfen sich nur noch geimpfte Menschen aufhalten.

Vor der Einreise nach Griechenland müssen Besucher auf der Webseite https://travel.gov.gr/#/ ihre Daten angeben und erhalten einen QR-Code zur Nachverfolgung. Außerdem müssen sie bei der Einreise einen negativen Schnelltest vorlegen oder voll geimpft sein. Das gilt auch für Kinder ab zwölf Jahren.

Urlaub in Großbritannien

Nach dem „Freedom Day“ in England, an dem die meisten Corona-Beschränkungen aufgehoben wurden, wird die Infektionskurve mit Spannung beobachtet: Bislang ist noch kein Anstieg zu erkennen, tatsächlich ging die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt sogar von mehr als 500 auf rund 353 zurück - ob der Trend anhält, ist unklar. Von diesem Montag an müssen vollständig geimpfte Einreisende aus der EU und den USA im Vereinigten Königreich nicht mehr in Quarantäne. Vor der Einreise sowie am zweiten Tag danach sind aber Tests notwendig. Da Großbritannien als Hochinzidenzgebiet gilt, können Geimpfte auch in Deutschland die andernfalls notwendige Quarantäne umgehen.

Urlaub in Irland

Nach Monaten hat in dieser Woche in Irland erstmals auch die Innengastronomie wieder die Türen geöffnet. Für Reisende aus der EU mit Nachweis eines digitalen EU-Impfzertifikats gilt inzwischen keine Quarantänepflicht mehr. Reisende aus Ländern mit besonders hohen Corona-Fallzahlen oder gefährlichen Varianten müssen sich aber weiterhin im Hotel isolieren.

Urlaub in Italien

In dem Mittelmeerland steigen die Infektionszahlen, die tägliche Zahl der Toten mit dem Coronavirus ist niedrig. Die Delta-Variante des Virus ist weiter auf dem Vormarsch. Die Regierung hat deshalb Einschränkungen beschlossen. Wer ab dem 6. August innen im Restaurant essen, zu Sport- oder Kultur-Veranstaltungen oder ins Museum gehen will, braucht einen Nachweis über eine Impfung, Genesung oder einen negativen Corona-Test. Masken im Freien sind dann nötig, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Wer nach Italien reist, braucht ein Einreiseformular sowie einen Nachweis über eine Impfung, Genesund oder einen negativen Test.

Urlaub in Kroatien

Das beliebte Urlaubsland verlangt seit dem 1. Juli von Reisenden das EU-weit gültige Corona-Zertifikat, unabhängig davon, woher sie kommen. Akzeptiert werden aber auch die von den einzelnen Ländern ausgestellten Bescheinigungen, die belegen, dass der Betroffene geimpft, genesen oder getestet ist. Die Hotels empfangen Gäste ohne Einschränkungen. Gaststätten dürfen Menschen in ihren Innenbereichen bewirten, ausgenommen sind Cafés ohne Speisenangebot, die nur draußen bedienen dürfen. Kroatien hat wegen steigender Inzidenzen an der Adria die Teilnehmerzahl öffentlicher Versammlungen eingeschränkt, daher kann es sein, dass einzelne Restaurants die Gästezahl reduzieren.

Urlaub in Luxemburg

In Luxemburg ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit drei Wochen wieder rückläufig. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt unter 90. Nach wie vor hält das Großherzogtum an etlichen Schutzmaßnahmen gegen Corona fest: So gilt etwa die Maskenpflicht in vielen öffentlichen Bereichen, zum Beispiel in Bussen und Bahnen. Hotels, Gastronomie und Kulturstätten sind geöffnet. Bei der Einreise von Deutschland nach Luxemburg gelten derzeit keine größeren Einschränkungen. Nur Flugreisende müssen einen negativen Corona-Test vorlegen. Impf- oder Genesenen-Nachweise sind ebenfalls zulässig. Umgekehrt gelten keine besonderen Einschränkungen.

Urlaub auf Malta

Im kleinsten EU-Land sind die Corona-Fallzahlen in der vergangenen Woche leicht gesunken. Malta registrierte aber wieder Corona-Tote die Delta-Variante breitet sich aus. Der Inselstaat erlaubt nur nachweislich Durchgeimpften einzureisen, ansonsten muss man 14 Tage in Quarantäne. In der Öffentlichkeit sind Masken in Innenräumen Pflicht und außen, wenn Gruppen aus mehr als zwei Personen unterwegs sind.

Urlaub in den Niederlanden

Deutschland hat die Niederlande zum Hochrisikogebiet erklärt. Das heißt, dass vor touristischen Reisen gewarnt wird. Und Rückkehrer, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen in Quarantäne. Die Quarantänepflicht gilt auch für Kinder ab sechs Jahre.

Inzwischen gehen aber die Neuinfektionen im ganzen Land zurück. Die Regierung hatte zuvor die Notbremse gezogen: Discos und Nachtclubs sind wieder geschlossen und auch Festivals untersagt. Museen, Theater, Zoos und Kinos sind aber geöffnet, ebenso Restaurants und Geschäfte. Gaststätten müssen um Mitternacht schließen. Maskenpflicht gilt nur für Busse und Bahnen und Flughäfen. Bei Veranstaltungen, wo kein Sicherheitsabstand eingehalten werden kann, wird von Besuchern ein negatives Testergebnis verlangt oder ein Impfnachweis.

Urlaub in Norwegen

Deutsche können wieder Urlaub in Norwegen machen. Das skandinavische Land, das vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen ist und dessen Zahlen weiter relativ niedrig sind, hat die Bundesrepublik ebenso wie einige andere EU-Länder als grün eingestuft. Aus diesen Staaten darf man also wieder einreisen, ohne in Quarantäne zu müssen. Aber aufgepasst: Wer aus einem grünen Land einreist und in einem Land mit strengeren Quarantänebestimmungen zwischenlandet, für den gelten bei der Ankunft in Norwegen seit dieser Woche die Einreiseregeln für den Ort der Zwischenlandung.

Jeder Einreisende mit Ausnahme von Geimpften und Genesenen muss zudem eine Einreiseanmeldung ausfüllen und an der Grenze einen Corona-Schnelltest machen. Die Geschäfte und Lokale sind fast überall in Norwegen uneingeschränkt geöffnet. In Bussen und Bahnen muss man einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Urlaub in Österreich

Vom 15. August an wird die Regel verschärft, wonach nachweislich Geimpfte, Getestete und Genesene einreisen dürfen und Zugang zu Hotels, Lokalen und Veranstaltungen bekommen. Bislang reichte eine erste Impfung, künftig gilt erst die zweite Dosis als Eintrittskarte. Die Infektionszahlen sind zuletzt wieder langsam angestiegen. Dennoch fiel vor wenigen Tagen die Maskenpflicht für weite Teile des Handels. In Wien müssen Masken aber weiterhin in allen Geschäften getragen werden. Außerdem müssen sich Kinder in Wien ab sechs Jahren testen lassen - im Rest Österreichs ab zwölf Jahren.

Urlaub in Polen

Dort sind Einkaufszentren, Hotels, Museen und Kunstgalerien unter Auflagen geöffnet. Restaurants dürfen in Außenbereichen Gäste bedienen, in Innenräumen gilt dies mit 75 Prozent Kapazität. Geimpfte werden bei den Kapazitätsbeschränkungen nicht mitgezählt - sie können also gegebenenfalls auf ein freies Hotelzimmer oder einen freien Tisch zählen. Fitnessstudios und Hallenbäder sind in Betrieb. Bei Feiern sind maximal 150 Gäste erlaubt. In Innenräumen sowie in Bussen und Bahnen gilt Maskenpflicht.

Bei der Einreise aus Deutschland und anderen EU-Ländern gilt eine Quarantänezeit von zehn Tagen. Dies gilt nicht für Reisende, die bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Auch vollständig Geimpfte und nachweislich Genesene sind von der Quarantäne befreit.

Urlaub in Portugal

In dem bei Deutschen sehr beliebten Urlaubsland bleibt die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen mit etwa 400 relativ hoch. Weiterhin stark betroffen sind der Großraum Lissabon, Porto im Norden und die Urlaubsregion Algarve im Süden. Für die angespannte Lage wird vor allem die Delta-Variante verantwortlich gemacht. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, wurde Anfang Juli wieder eine nächtliche Ausgehsperre eingeführt. In Regionen mit besonders schlechter Lage - darunter auch Lissabon und Porto - dürfen die Menschen zwischen 23.00 und 5.00 Uhr nur mit triftigem Grund auf die Straße.

Bei der Anmeldung im Hotel und dem Betreten der Innenräume von Gaststätten in Regionen mit besonders hohen Corona-Zahlen ist auch ein digitales EU-Covid-Zertifikat oder ein negativer Test vorzulegen.

Obwohl die Bundesregierung vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das als Hochinzidenzgebiet eingestufte Land warnt, ist Urlaub in Portugal weiterhin grundsätzlich möglich. Bei der Einreise muss jeder, der nicht geimpft oder von Corona genesen ist, ab dem Alter von zwölf Jahren einen negativen PCR-Test (maximal 72 Stunden vorher) oder Antigentest (48 Stunden) vorlegen. Bei der Rückreise müssen alle, die nicht geimpft oder genesen sind, in Deutschland für zehn Tage in Quarantäne, die nach frühestens fünf Tagen mit einem negativen Test beendet werden kann. In beiden Richtungen müssen digitale Reiseanmeldungen ausgefüllt werden.

Urlaub in Rumänien

In dem südosteuropäischen Land ist die Gastronomie uneingeschränkt geöffnet. Im Freien und damit an Stränden gelten Abstandspflichten, ein Mund-Nasen-Schutz muss nur in geschlossenen öffentlichen Räumen getragen werden. Abhängig von der Corona-Inzidenz kann es in einzelnen Orten aber jederzeit zu Einschränkungen kommen, wie etwa der Besucherzahl in Restaurants. Clubs, Diskotheken, Spielhallen und Bars sind nur für vollständig Geimpfte geöffnet. Deutsche Touristen brauchen weder Impf- noch Testnachweis und müssen auch nicht in Quarantäne.