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Bitburg plant neue Straße von Paulskreuz zum Kreisel B50/B51

Verkehr : Bitburg baut neue Anbindung zu Paulskreuz

Eine Verbindungsstraße  zwischen dem Betriebsgelände der Firma Weiler und dem Kreisverkehr soll gleich mehrere Probleme  lösen.

Alfred Hemmes weiß aus Erfahrung, dass die Abstimmung mit den Verwaltungen nicht unbedingt zu den Faktoren gehört, die den zeitlichen Verlauf eines Projekts positiv beeinflussen. In diesem Fall jedoch scheint es zu flutschen. Hemmes jedenfalls ist sehr zufrieden. Der Mitarbeiter der Stadtwerke Trier arbeitet federführend für die Landwerke Eifel (LWE) an dem großen Verbundnetz zwischen der Olef-Talsperre in Nordrhein-Westfalen und der Riveris-Talsperre im Kreis Trier-Saarburg.

Das Netz, mit dem die Wasser- und Energieversorgung in der Region verbessert werden soll, besteht aus zwei Strängen: einer 20 Kilometer langen Ost-West-Trasse zwischen den Hochbehältern von Preist und Ingendorf sowie einer 80 Kilometer langen Nord-Süd-Trasse zwischen den beiden Talsperren (der TV berichtete). Letztere führt auch durch Bitburg und durchquert dabei das Gebiet „Auf Paulskreuz“. Das jedoch ist nicht ganz einfach.

Vor allem deshalb nicht, weil das dort ansässige Bauunternehmen Weiler durch das Verlegen der Leitungen möglicherweise über Wochen hinweg vom öffentlichen Straßennetz abgeschnitten wäre. Die Landwerke Eifel haben deshalb nach einer Lösung für dieses Problem gesucht und sind dabei gemeinsam mit der Stadt Bitburg, dem Landesbetrieb Mobilität und der Firma Weiler fündig geworden.

Kern der Lösung ist ein Grundstück auf dem Betriebsgelände der Firma Weiler und dem Kreisverkehr am B 50/B 51 bei Stahl, das der Firma Weiler gehört. Dieses Grundstück soll nun zunächst einmal für den Bau der Versorgungstrasse genutzt werden. In diesem Zusammenhang ist auch eine Baustellenstraße geplant, die parallel zur B 51 vom Kreisel bis zur Nähe des Firmengeländes führen soll. Über diese Straße könnte dann auch der Betriebsverkehr des Unternehmens rollen und müsste dann nicht mehr durch das Wohngebiet Auf Paulskreuz und die Brücke, die über die B 51 führt.

Überlegungen zu diesem Anschluss gab es nach Auskunft des städtischen Bauamtsleiters Berthold Steffes schon seit Jahrzehnten. Ziel sei es, die Verbindung zunächst als Baustraße zu schaffen, um sie im nächsten Schritt öffentlich zu widmen und entsprechend auszubauen, erklärt Steffes. Es sei eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Dass auch der Landesbetrieb Mobilitä (LBM) zum Kreis der Gewinner gehört, liegt an der Brücke über die B 51. Diese ist Baujahr 1966 und in einem schlechten Zustand. Auf absehbare Zeit kommt der LBM nicht um eine Sanierung herum.

Für die Firma Weiler ist diese Brücke die einzige Verbindung zum Straßennetz. Müsste das Bauwerk gesperrt werden, müsste der Bund als Bauträger eine Behelfsbrücke errichten, um die Erschließung des Unternehmens zu gewährleisten. Sich stattdessen am Bau der Verbindungsstraße zu beteiligen, dürfte für den Bund beziehungsweise den LBM eine deutlich günstigere Variante sein.

Nach Schätzung der Vertragspartner wird der Bau knapp 714 000 Euro kosten. Die Stadt übernimmt davon rund 207 000 Euro sowie die Kosten für die notwendige und am Mittwoch vom Stadtrat auch beschlossene Aufstellung des Bebauungsplans. Der Landesbetrieb beteiligt sich mit 150 000 Euro, die Firma Weiler und die Landwerke Eifel tragen die übrigen 50 Prozent, also jeweils rund 178 000 Euro.

Wie Steffes erklärt, ist die Änderung des Bebauungsplans erforderlich, damit die Baustraße auch nach dem Verlegen der Versorgungsleitungen bleiben kann. „Ansonsten müsste diese danach nämlich wieder beseitigt werden“, sagt der Bauamtsleiter. So aber habe die Stadt die Möglichkeit, die Straße später selbst zu übernehmen.

Um sie öffentlich zu widmen, muss sie dann aber zunächst richtig ausgebaut werden. Wann das der Fall sein wird, ist derzeit offen. Für den Bau der Baustraße gibt es aber bereits einen Zeitplan. „Wir liegen trotz Corona noch gut in der Planung“, sagt Hemmes. „Wir versuchen, das Genehmigungsverfahren bis zum August abzuschließen“, sagt der Projektverantwortliche und ergänzt: „Wir würden gerne im kommenden Frühjahr mit dem Bau beginnen.“